26.07.2004 - "Altarweihe ist ein Höhepunkt des christlichen Lebens"
    Weihbischof Dr. Bernd Uhl bei der feierlichen Zeremonie in der Bretzinger Pfarrkirche / Gestaltung mit Kapelle und Kirchenchor

    Bretzingen. In einem feierlichen Gottesdienst mit reger Beteiligung
    der Pfarrgemeinde St. Sebastian und St. Vitus Bretzingen und von
    Gläubigen aus der gesamten Seelsorgeeinheit nahm Weihbischof Dr. Bernd
    Uhl am Sonntag in Bretzingen die Altarweihe vor. Nach Abschluss aller
    Arbeiten und nach der Vorbereitung der Pfarrgemeinde auf dieses
    besondere Ereignis mit den Erläuterungen zur Bedeutung des Altars fand
    dieses seltene Ereignis im Verlauf des in Konzelebration von Pfarrer
    Franz Lang und Diakon Franz Greulich mit dem Weihbischof gefeierten
    Gottesdienstes statt, an dessen beeindruckender Gestaltung der
    Kirchenchor Bretzingen wesentlichen Anteil hatte.

    Das Dorf im Erftal präsentierte sich zu diesem Ereignis festlich
    geschmückt und ließ Freude über den Besuch des Bischofs erkennen, der
    in Begleitung der Musikkapelle ins Gotteshaus geleitet und dort vom
    Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Hornbach willkommen geheißen wurde. Er
    betonte in seiner kurzen Willkommensansprache, dass die Altar- und
    Amboweihe den glanzvollen Abschluss und Höhepunkt der
    Kirchenrenovation darstelle, die schon den letzten Pfarrgemeinderat
    beschäftigt habe.

    Auch die finanzielle Situation sei zu bedenken gewesen und nach
    zielstrebigem Sparen und Dank der eingegangenen Spenden sei das
    ehrgeizige Projekt zu Ende geführt worden. Mit seiner Realisierung
    hatten sich Pfarrgemeinderat und Pfarrer, das Bauamt und der Künstler
    Thomas Burhenne in der letzten Zeit besonders nachdrücklich befasst.
    Als besonders bedeutsam sah Hornbach die aus drei Kontinenten
    stammenden Steine an und zeigte sich überzeugt davon, dass sich wohl
    alle an die Formen und Farben des neuen Altars gewöhnen werden.

    Weihbischof Dr. Bernd Uhl bedankte sich für die festliche Aufnahme in
    Bretzingen, das Willkommen der Musikkapelle und hielt Interesse am
    seltenen Ereignis der Altarweihe für angebracht. Zunächst jedoch
    erinnerte er vor den weiteren Handlungen und der beeindruckenden
    Gottesdienstfeier mit seiner gehaltvollen Predigt an das
    Grundsakrament der Taufe.

    In seiner Predigt stellte er den Hinweis an den Anfang, dass derjenige
    Sorgen habe, der baut, denn das Bauen könne durchaus zu einer Art
    "Leidensgeschichte" werden. Auch in Bretzingen habe man in Bezug auf
    Maßnahmen an der Kirche in den letzten vier Jahrzehnten einiges
    miterlebt, jetzt jedoch den wichtigen letzten Schritt getan und sei am
    Abschluss angelangt. Für die moderne Art der Lösung im Hinblick auf
    Zelebrationsaltar und Ambo sprach der Bischof seine Anerkennung aus,
    zeigten die Bretzinger doch damit deutlich auf, dass sie mit der Zeit
    lebten.

    Er sagte allen Beteiligten Dank für ihren Einsatz, schloss Mitberater
    und Förderer und den Künstler in den Dank mit ein und befasste sich
    dann in seinen weiteren Predigtworten mit Erläuterungen zur Bedeutung
    des Altars, auf dessen Weihe sich die Pfarrgemeinde geistig bereits
    vorbereitet habe. Der Bischof bewertete den Altar zunächst als Ort der
    Erinnerung und verband damit den Hinweis, dass vieles, was in
    Erinnerung bleiben solle, immer wieder in Stein gemeißelt werde. Er
    brachte hierfür einige Beispiele und sah in jedem Altar zunächst die
    Erinnerung an den Mensch gewordenen Sohn Gottes, an dem Priester und
    Gemeinde das Opfer Jesu sozusagen nachspielten und wo des Opfers Jesu
    Christi auf Golgotha gedacht werde.

    Am Altar als Ort der lebendigen Erinnerung seien die Menschen mit Gott
    verbunden, der dort entzündete Weihrauch steige nach oben und stehe
    für der Menschen Gebet. Erinnert wurden die Zuhörer an heidnische
    Zeiten, in denen die römischen Kaiser damit ihre Anerkennung gezeigt
    haben wollten. Damals seien Entscheidungen gefordert gewesen, wobei
    Märtyrer wie der Bretzinger Kirchenpatron St. Sebastian sich gegen den
    Kaiser und für Gott entschieden hätten und Jesus Christus als wahrem
    Herrn der Welt opferten.

    Heute allerdings würden viele Menschen Gott beiseite lassen, und den
    Gottesdienst nicht mehr besuchen, was zur Folge habe, dass der Glaube
    stirbt. Der Bischof warnte vor jeder Gleichgültigkeit und hielt die
    Entscheidung für empfehlenswert, zur Kirche zu gehen und sich zu ihr
    zu bekennen. Ihm ging es darum, die Treue zum Altar zu bewahren, weil
    damit das Zusammenstehen auch besser klappe. Denn es sei ein
    schlechtes Zeichen, dass nur wenige kommen, wenn zum Beispiel ein
    Pfarrer den Tisch für viele bereitet habe.

    Er freute sich, dass in Bretzingen viele die Kraft des gemeinsamen
    Gebets nutzen wollten und erinnerte an die große Bedeutung dafür, dass
    am Altar das Brot des Lebens gereicht werde. Er sah es als wichtig an,
    dass in der Eucharistie die göttliche Energie zu sehen sei und die
    Menschen von diesem Brot leben müssen, das es draußen nicht gebe. Auf
    keinen Fall solle vor lauter Dingen des irdischen Lebens das ewige
    Leben vergessen werden, das in der Eucharistie gereicht werde, betonte
    der Prediger.

    Er sah in der Altarweihe einen Höhepunkt christlichen Lebens und
    betonte, dass man am neu geweihten Altar und Ambo immer wieder Kirche
    erleben könne. Schließlich richtete er den Appell an die Gläubigen,
    Jesus und dem Gottesdienst die Treue zu halten.

    Nach dem Glaubensbekenntnis und der Allerheiligenlitanei wurden die
    Zeremonien Altar- und Amboweihe vorgenommen und in den Fürbitten kam
    die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Herr seinen Segen über dem Altar
    ausgieße, der Stätte des Opfers Christi ist. Die Gläubigen sollten
    sich an der festlichen Tafel einfinden, um die sich die Tischgenossen
    Christi versammelten und Kraft für den Weg sammeln, auf den er sie
    führen werde. Schließlich solle der Altar auch eine Stätte des
    Friedens sein, an der die Liebe wachse, und eine Quelle der Einheit
    der Kirche sowie der Eintracht der Gemeinde, in der der Geist
    gegenseitiger Liebe herrsche. Z







    © Fränkische Nachrichten – 26.07.2004