Filmprojekt der Hardheimer Ministranten

    Das Drehen und das Schneiden kostete viel Arbeit - Ein Interwiew mit den Machern

    Von Christoph Bauer

    Hardheim. Im August 2007 machten sich die Hardheimer Ministranten unter der Leitung von Jutta Biller und Gunter Berberich an eine große Aufgabe, den Dreh eines eigenen Filmes. Unter großer Professionalität wurde dieser in einerWoche abgedreht, doch auch danach stand noch viel Arbeit für die Verantwortlichen auf dem Programm. Alleine 150 Arbeitsstunden stehen bis jetzt für das Schneiden des Filmes zu Buche, die Vor- und Nachbearbeitung gar nicht mitgerechnet. Selbst das von Gerrit Berberich erstellte Making Of verschlang schon 39 Arbeitsstunden.

    Doch die Mühen haben sich gelohnt und am 2. und 3. Mai darf dann endlich der "Rote Teppich" ausgerollt werden, wenn die Premiere des Filmes im Pfarrheim stattfindet und der Verkauf der DVDs mit Film und Making Of anläuft. Zuvor hat sich die RNZ mit den Verantwortlichen Jutta Biller, Gunter und Gerrit Berberich und der beteiligten Schauspielerin Lisa Benig getroffen, um den Dreh und die Nachwirkungen Revue passieren zu lassen.

    > Welches Fazit würdet ihr im Nachhinein für den Dreh fällen?

    G u n t e r : Ich war nach der einen Drehwoche sehr erschöpft und auch irgendwie froh, dass dieser Stress vorbei war. Es war dennoch eine tolle Woche voller guter Erlebnissen und Erfahrungen. Man musste diese eine Woche halt "Power" geben. Vor allem im Nachhinein entstand dann ein Wir-Gefühl, wenn man das gemeinsam Erlebte behandelte oder über "Insider" diskutiert.

    G e r r i t : Man war ja auch nach dem Dreh noch ständig mit dem Film in Kontakt. So habe ich bei dem Erstellen des "Making Of" auch noch Interviews mit den Schauspielern geführt, wo wir den Film Revue passieren ließen. Besonders wichtig für die jungen Schauspieler waren auch schon Kleinigkeiten wie das Essen.

    L i s a : Ich war schon traurig, als es wieder vorbei war. Es war eine sehr gute Gemeinschaft während dieser Woche, an die ich immer wieder gerne zurückdenke. Nun bin ich natürlich wie alle anderen sehr gespannt auf das Ergebnis.

    G u n t e r : Wie Gerrit schon sagte, es ist auch nicht so, dass es sich nur auf diese Woche beschränkt. Der Film beschäftigt mich auch jetzt noch sehr stark, obwohl ich dachte, die Nachbearbeitung würde "nebenher laufen".

    J u t t a : Also ich hätte nach der Drehwoche direkt weitermachen können, ich war noch "voll drin" in dem Film. Man konnte aber auch feststellen, wie die Leute nach und nach etwas an Energie verloren, da sie einfach alles gaben. In mancher Hinsicht sind wir vielleicht auch blauäugig an die Sache rangegangen, vor allem was die Sachen betrifft, die eigentlich zunächst als nicht so wichtig erachtet wurden, wie Coverdesign oder Musik.

    > Wie viel musstet ihr nach dem Dreh noch in den Film investieren?

    G u n t e r : Alleine das Schneiden des Making Ofs ohne Vor- und Nachbearbeitung hat 39 Arbeitsstunden gekostet, bei dem Hauptfilm zählen wir derzeit 150 Arbeitsstunden.

    G e r r i t : Hilfreich war aber unsere Idee, die Szene dank eines zweiten Bildschirms gleich nach dem Dreh anzuschauen und zu bewerten.

    G u n t e r : Ja, das hat das Einspielen deutlich vereinfacht.

    > Welche Erfahrungen habt ihr neben dem Dreh gemacht?

    G u n t e r : Es ging uns ja nicht darum, den Film für das Publikum zu machen, sondern für die Ministranten selbst. Da ist es klar, dass es nicht nur rein um den Dreh, sondern auch um das außen herum geht.

    G e r r i t : Es war uns wichtig, etwas für die älteren Ministranten zu bieten, die jetzt nicht mehr so von den Gruppenstunden profitieren. Und dies hat ja auch wunderbar geklappt. J u t t a : Wichtig war es, die Gemeinschaft zu leben. Es gab jeden Tag Morgen impulse, um diese Gemeinschaft im Glauben hervorzuheben. Zudem war Selbstreflexion angesagt, bei jeder Szene sollte man sich fragen: Was bedeutet diese für mich?

    > Lisa, wie war es denn für dich vor der Kamera zu stehen?

    L i s a : Am Anfang war es sehr schwierig, auch da ich immer Grinsen musste und so schwer meine Mimik verändern konnte. Zudem hab ich mich oft verhaspelt, aber mit der Zeit ging alles besser.

    > Wie bewerten die Verantwortlichen denn die Leistung der Schauspieler?

    G e r r i t : Man muss dabei beachten, dass bei fast allen keine oder wenig Erfahrung vorhanden war, höchstens eine Aktivität in der Theater_AG.

    J u t t a : Ich bin definitiv mehr als zufrieden mit allen Beteiligten.

    > Welche Hilfe hattet ihr bei dem Dreh?

    G u n t e r : Von Beginn an war es unser Ziel, finanziell unabhängig zu sein und den Film selber zu finanzieren. Viele Leute der Gemeinde haben uns allerdings mit Sachleistungen geholfen, so dass wir bis auf das Essen keine Ausgaben hatten. Auch die Ausleihe der Kamera von der Uni Freiburg war sehr wichtig, da wir so den größten Kostenpunkt gespart haben und uns so hochwertige Technik zur Verfügung stand.

    > Könntet ihr euch vorstellen, dass ihr noch mal so ein Filmprojekt startet?

    G u n t e r : Ich muss sagen, dass momentan so viel Energie in diesen Film gesteckt wurde, dass ich mir da noch keine Gedanken darüber gemacht habe.

    L i s a : Ich könnte mir das gut vorstellen.

    Es hat uns allen viel Spaß gemacht und ich denke, dass da jeder noch mal dabei sein möchte. Und noch eins: Auf Grund der Geschichte ist der Film was für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich mit dem Inhalt und der Suche nach Jesus auseinandersetzen können. RNZ 17. April 2008