Pfarrgemeinderatswahl: Wahlbeteiligung war besser als vor fünf Jahren


    Ausscheidende Pfarrgemeinderäte wurden am Sonntag in einer Wahlparty verabschiedet / Rückblick auf arbeitsreiche Jahre



    Hardheim. Am Sonntag fanden in der Diözese Freiburg die Pfarrgemeinderatswahlen statt. Nach Schließung der Wahllokale gab es in Hardheim ab 18 Uhr im Pfarrheim eine Wahlparty im Pfarrheim. Anwesend waren die Kandidaten, die Wahlhelfer aus allen Wahlbezirken und die Mitglieder des Wahlausschusses mit Walter Beger als Vorsitzendem.

    Pfarrer Franz Lang informierte zuerst über die Wahlbeteiligung, die in Hardheim mit 31,76 Prozent um ein Prozent höher lag als vor fünf Jahren. Im Wahlbezirk Dornberg ging die Wahlbeteiligung von 63,38 Prozent auf 55,17 Prozent zurück, während in Rüdental die Zahl der Wähler von 60,29 auf 73,43 Prozent anstieg. Auch in Steinfurt war eine Steigerung von 50,54 auf 55,69 Prozent zu verzeichnen.

    Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Berberich ließ in einer interessanten Zusammenstellung die Arbeit des Pfarrgemeinderates in den letzten fünfeinhalb Jahren Revue passieren. Er erinnerte an die Aufführung des Musicals "Engel" und die Einrichtung der Homepage, als einem Projekt der Firmanden. Der Stiftungsrat traf sich oft, um über anstehende Projekte zu sprechen. Dazu gehörten: der Ausbau der Pfarrgarage durch die Ministranten, die Sanierung der Orgel, der Neubau des Kindergartens St. Franziskus, die Sanierung des Pfarrheims und der Kapellen in Steinfurt und Rüdental sowie die Neugestaltung des Spielsaales im Pfarrheim.

    Berberich gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass sich die Musik- und Gesangsgruppe "Rückenwind" fest etabliert habe, junge Menschen um sich schare und begeistere. Die Gruppe "Lebensbaum" feierte im Berichtzeitraum ihr 25-jähriges Bestehen und pflegte durch ihren Auftritt in der Schweiz die Partnerschaft mit Pfarrer Tobler und der Partnergemeinde Müntschemier.

    Die Ökumene ist ein fester Bestandteil der kirchlichen Arbeit, der sich nicht nur auf die Begegnung der Pfarr- und Kirchengemeinderäte beschränkt, sondern auch in ökumenischen Bibelwochen, Gottesdiensten und Lobpreisabenden der Jugend in der Öffentlichkeit ausdrückt. Die kirchliche Sozialstation, die Tagespflege, der Krankenhaus-Besuchsdienst und die neu gegründete Hospizgruppe werden ebenfalls im Geist der Ökumene geführt.

    Seit dem Jahr 2000 gibt es einen Kooperationsvertrag zwischen den ehemals selbstständigen Kirchengemeinden Hardheim, Bretzingen, Erfeld, Gerichtstetten und Schweinberg mit dem Beschlussorgan "Gemeinsamer Ausschuss". Als gemeinsame Aktionen nannte Berberich das Abendmahlsamt am Gründonnerstag, die Zusammenarbeit bei Firmung und Erstkommunion sowie die Wallfahrt nach Walldürn.

    Über die Seelsorgeeinheit hinaus schaute man mit der Organisation des Hungermarsches, der alle drei Jahre von Hardheim aus startet und die Menschen motiviert, die Missionare mit ihren Entwicklungsprojekten zu unterstützen. Drei Pfarrfeste wurden durchgeführt, denen 2001 mit der Darstellung des Sozialbereiches, 2003 der Bibel- und 2005 durch die Missionsausstellung ein besonderer Akzent verliehen wurde. Ein wichtiges Thema war "Der Aufbruch im Umbruch", in dessen Folge die Seelsorge in der Erzdiözese Freiburg neu organisiert wird.

    Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende dankte allen Pfarrgemeinderäten, besonders Stefanie Ditter, die nach dem Ausscheiden von Manuela Schacht die Führung des Jugendausschusses übernommen hatte. Ein besonders Lob erhielt der ausscheidende Pfarrgemeinderat Johann Staudinger, den der Volksmund oft als den "Bürgermeister der Immanuel Kant Straße" bezeichnet habe. Als Spätaussiedler konnten über ihn wertvolle Kontakte geknüpft werden. Oft hat er sich als Dolmetscher zur Verfügung gestellt. Er war als Wohnviertelhelfer und im Besuchsdienst der Neuzugezogenen im ganzen nördlichen Wohnbereich tätig. Über ihn liefen viele Hilfsaktionen für Neuangekommene, die in Hardheim ein neues Zuhause fanden.

    Andrea Rohm hat sich im Ausschuss Ehe- und Familie auf vielfältige Weise engagiert und dessen Anliegen im Pfarrgemeinderat hervorragend vertreten. Sie wird weiterhin im Chor "Rückenwind" als eine der Leiterinnen tätig sein und sich außerhalb des Pfarrgemeinderates einer neuen Aufgabe widmen. Nur ungern sah Bernhard Berberich das Ausscheiden von Harald Löffler, dessen Fachkompetenz besonders im Stiftungsrat sehr geschätzt war.

    Allen Ausscheidenden überreichte Pfarrer Lang eine Urkunde und ein Präsent. Lang bedankte sich bei den Pfarrgemeinderäten und besonders beim Vorstand mit bei Sieglinde Böhrer, Bernhard Berberich, Hubert Hallbaur und Clemens Balles für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Mit hohem Lob bedachte Sieglinde Böhrer Bernhard Berberich, der mit großem Einsatz als Vorsitzender und Initiator vieler Aktionen gewirkt habe. fgr

    © Fränkische Nachrichten - 15.11.2005