Hospizgruppe wird gegründet


    Die Gründungsversammlung ist am 26. September im Pfarrheim


    Hardheim. Wenn man Menschen fragt, was sie unter Hospiz verstehen, denken manche an die mittelalterlichen Rast- und Ruhestätten, in der Pilger, aber auch Sterbende Aufnahme und geistliche Betreuung fanden, oder an Krankenhäuser die sich Hospital nennen. Andere haben im Fernsehen die Einrichtung eines Sterbehauses, eines Hopiz, gesehen, das in besonderer Weise sich der Sterbenden annimmt.
    Tatsächlich aber ist Hospiz eine ehremamtliche, ambulante Tätigkeit. 1986 wurde, nachdem in England bereits erste Erfahrungen mit einer ambulanten Lebens- und Sterbebegleitung gemacht wurden, in Limburg die "Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (Abkürzung IGSL)" gegründet. Seitdem sind überall in Deutschland Hospizgruppen entstanden. Im Juli 2002 waren es die Walldürner Christine Wieland und Erika Schenk, die sich in einem Seminar mit den Nöten der Sterbenden und deren Angehörigen befassten und die "Hospizgruppe Walldürn" gründeten.

    Heute besteht diese Gruppe aus 15 aktiven Hospizhelfern. Sie sorgten dafür, dass namhafte Referenten die Ausbildung und Weiterbildung in Walldürn vornahmen und luden dazu auch Personen aus Hardheim ein. Der "Verein Dienst am Nächsten Hardheim" und der "Förderkreis Krankenhaus Hardheim" haben in den letzten Jahren die Ausbildung ehrenamtlicher Hospizhelfer finanziell gefördert. Nun haben mehr als ein Dutzend Ehrenamtlicher aus Hardheim diese Ausbildung bei der Hospizgruppe Walldürn vollendet, beziehungsweise stehen kurz vor der Übergabe der Zertifikate.

    Bei einer Zusammenkunft reifte der Entschluss, in Hardheim nicht nur eine eigene Einsatzleitung, sondern eine eigene Hospizgruppe zu gründen. Der Verein Dienst am Nächsten bot sich hier als Trägerverein an, weil er ökumenisch aufgebaut ist und in seiner Satzung als Zweck ausschließlich unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke nennt. Hauptanliegen des Vereins ist es, die planmäßige Ausübung der sozial-karitativen Dienste in der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde zu fördern und darüber hinaus allen zur Verfügung zu stehen, die in Not geraten. Viele kennen aus eigener Erfahrung die Nöte der Sterbenden und ihrer Angehörigen, die oft in aufopfernder Hingabe ihre Lieben pflegen, ohne an ihre eigenen Bedürfnisse zu denken. Hier will die Hospizbewegung den Betroffenen Hilfe anbieten, ohne Rücksicht auf Religion, Konfession, oder Staatzugehörigkeit.

    Die Gründungsversammlung findet am Montag, 26. September, um 20 Uhr im Pfarrheim Hardheim statt. Hierbei wird die Hospizgruppe Walldürn als Patenverein fungieren. Auf dem Programm des Abends stehen nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden ein geistliches Wort, Grußworte der Gäste, ein Kurzvortrag der Vorsitzenden der Hospizgruppe Walldürn Christine Wieland, die Vorstellung der Hospizhelfer, Möglichkeit des Gedankenaustauschs und der Beschluss die "Hospizgruppe Hardheim im Verein Dienst am Nächsten" zu gründen. fgr

    © Fränkische Nachrichten - 21.09.2005