Kirchenchor St. Alban zog Bilanz: Cäcilienfeier mit Ehrungen und Rückblick

    Trotz Nachwuchsproblemen wurden die Aufgaben in gewohntem Umfang wahrgenommen "Kirchengesang hat in Hardheim noch Qualität"

    Hardheim. Den Kirchenchor St. Alban plagen - wie inzwischen viele Vereine - Nachwuchssorgen. Trotzdem kann der "Cäcilienverein" seinen vielfältigen Aufgaben bei der Mitgestaltung festlicher Gottesdienste und der Mitwirkung an Veranstaltungen von Pfarrgemeinde und politischer Gemeinde noch in gewohntem Umfang nachkommen. Das wurde in der Cäcilienfeier mit Jahreshauptversammlung deutlich, die am Sonntag traditionsgemäß das Vereinsjahr beschloss. Mehr noch: "Wir werden in absehbarer Zeit der einzige Kirchenchor im Erftal sein oder sind es schon, der imstande ist, das Messordinarium vollständig, werkgetreu und liturgiegemäß in der Originalsprache der katholischen Kirche zu singen und damit auch in der vom Papst und vom Konzil geforderten Authentizität und Qualität," war vom zweiten Vorsitzenden Peter Biller in seinem Rückblick zu vernehmen.

    Voraus ging ein Gottesdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder, den der Chor unter Leitung von Dirigent Richard Leiblein mit der "Missa in D" von J. G. Albrechtsberger gestaltete. An der Orgel brillierte Gerhard Maier, Jutta Biller erfreute mit einem Solo aus den "Biblischen Liedern" von Anton Dvoàk. Erhebliche Nachwuchsprobleme

    Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der "Wohlfahrtsmühle" kam 2. Vorsitzender Peter Biller zunächst auf die "Glanzpunkte" des "an sich ziemlich ruhigen Vereinsjahres 2009/2010" zu sprechen.

    So wirkte der Kirchenchor bei der Einweihung des Pfarrheims und der Kapelle an der Wohlfahrtsmühle mit. Beim Weihnachtsmarkt ist der Chor alljährlich mit einem Stand vertreten. Den Erlös (2009) spendete man dem Krankenhaus-Förderverein. In diesem Jahr soll das Klavier im Pfarrheim damit gestimmt werden. Im Wechsel mit dem "Liederkranz" wird das Krankenhaus-Singen zu Weihnachten gestaltet. Das Probelokal des Gesangvereins durfte der Kirchenchor während des Umbaus des Pfarrheims nutzen. Peter Biller würdigte die "gute übervereinliche Zusammenarbeit". Dirigent auf Werktreue bedacht.

    Folgen ließ er eine kritische Auseinandersetzung mit der "notwendigen Qualität, Werktreue und Schönheit", dem "inneren Charakter" sowie den theologischen Grundlagen der Musica sacra, der liturgischen Musik im Allgemeinen und dem "Neuen Geistlichen Lied". "Kompositionen sollten nicht für einen Chor so zurechtgeschustert werden, dass von Werktreue keine Rede mehr sein kann", lautete sein Credo.

    Wie alle Redner thematisierte Biller den Nachwuchsmangel und die im Unterschied zu Projektchören äußerst probenintensive und eine hohe Disziplin erfordernde Regelmäßigkeit der Arbeit von Kirchenchören.

    Lobende Erwähnung fanden abschließend das beispielhafte Engagement der Vorsitzenden Irmgard Farrenkopf, die Arbeit der Stimmführer Helga Englert, Renate Pietschmann und Wilfried Bauch sowie der Notenwarte Helga Englert, Elisabeth Theuerl und Ortrud Biller.

    Schriftführerin Irmela Günther blickte nochmals zurück auf die Auftritte und Aktivitäten des Chores. Der Gemeinschaftspflege dienten der Ausflug nach Lohr, Ständchen zu Jubiläen und "St. Alban Hujauf".

    Die St.-Alban-Schola trat zehn Mal auf, die aktuelle Chorstärke beträgt 27 Aktive, wie der Blick in die Statistik zeigte.

    Nach dem Kassenbericht von Sabine Böna und dem Kassenprüfbericht von Wilfried Bauch wurden Vorsitzende Irmgard Farrenkopf und Schriftführerin Irmela Günther bei den Wahlen in ihren Ämtern bestätigt.

    "Wenn es die anderen Singgruppen in der Pfarrei nicht gäbe, würden viele Menschen gar nicht singen. Der Kirchenchor hätte dadurch sicher nicht automatisch mehr Mitglieder", zeigte sich Pfarrer Franz Lang überzeugt. Andere Chöre hätten andere Zielgruppen, andere Ausdrucksformen und Vorstellungen von Kirchenmusik. Wichtig sei, dass das Singen Freude bereite und von Herzen komme. "Um die Qualität im Kirchengesang mussten wir in Hardheim bisher keine Angst haben", anerkannte der Präses. Der vom Erzbischof geforderte Dialogprozess in der Kirche wäre sicher auch im Bereich der Kirchenmusik von Nutzen.

    Der Kirchenchor leiste im Konzert der über 90 örtlichen Vereine in Hardheim vorbildliche Arbeit für die Gemeinschaft und bereichere das Gemeindeleben, pflichtete Bürgermeister Fouquet bei.

    "Wir wissen, was wir an dem Kirchenchor haben", unterstrich auch der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Leo Mayerhöfer. Er dankte dem Cäcilienverein mit seinem Dirigenten Richard Leiblein für dessen kulturelle Arbeit und "Integrationsleistung als Gemeinschaft".

    Abschließend bedankte sich Peter Biller namens des Chores bei Dirigent Richard Leiblein und Ehrenmitglied Maria Haasemann-Weinkötz für deren Einsatz für den Kirchenchor St. Alban mit einem Präsent. i.E.

    Fränkische Nachrichten
    23. November 2010