Orgelkonzert: Ein Unvergessliches Gesamtkunstwerk
Orgelkonzert der besonderen Art in Hardheim: Lichtkunst von Thomas Leonard
zu Klängen von Peter Rottmann /
Pfarrer Lang las Texte dazu
Von unserem Mitarbeiter Martin Bernhard
Hardheim. Romantisch, stimmungsvoll, beeindruckend: In der Reihe der Orgelkonzerte im Hardheimer
Erftaldom hat der Lichtkünstler Thomas Leonard aus Würzburg die Orgelvorträge des Bad Kissinger
Organisten Peter Rottmann visuell interpretiert. Pfarrer Franz Lang las Texte von Liborius Wagner,
einem Märtyrerpriester aus dem 17. Jahrhundert, der in Hardheim als Kaplan gewirkt hatte. Heraus
kam ein unvergessliches Gesamtkunstwerk, das die gut 200 Besucher in Staunen versetzte.
Organist Peter Rottmann führte mit seiner Musik das Publikum durch drei Jahrhunderte Orgelmusik:
Über Coubertin und Bach erreichte er das 19. und 20. Jahrhundert mit Werken von Theodore Dubois,
César Franck, Olivier Messiaen, Edvard Elgar, Jones, Salome und Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Mal erklang die Vleugels-Orgel kraftvoll und mächtig, mal zart und spielerisch. Die Harmonien
waren dramatisch, schwer, dann wieder hell und leicht. Den akustischen Wechsel der Gefühle
und Stimmungen setzte Thomas Leonard gekonnt in visuelle Effekte um. Ausgehend von einem
Lichtschimmer im Tabernakel breitete sich mit den Orgelklängen das Licht wie ein Meer im
Altarraum aus.
Dann wieder setzte der Künstler Säulen und Altarraum schlagartig ins Licht, wenn die
Musik einen kräftigen oder fanfarenhaften Charakter annahm.
Das optisch-visuelle Kunstwerk ergänzte der Hardheimer Gemeindepfarrer Franz Lang mit
religiösen Texten des seliggesprochenen Liborius Wagner, der im 17. Jahrhundert ein Jahr
lang in Hardheim als Kaplan gewirkt hatte.
Lichtkünstler Thomas Leonard hatte insgesamt rund 600 Meter Kabel im Erftaldom verlegt
und 25 Halogenscheinwerfer sowie LED-Strahler installiert. Die Gesamtleistung der
Leuchten betrug sechs Kilowatt.
Leonard und Rottmann bereiteten sich bereits am Samstag auf das Konzert vor. Peter
Rottmann machte sich mit dem Klang und Volumen der Orgel vertraut, Leonard installierte
die Lichttechnik. Während Rottmann am Abend Hardheim verließ, arbeitete Leonard die Nacht
durch. Bis Sonntagmorgen um halb sechs montierte, probierte und installierte er. Die
Lichteffekte steuerte er am Abend von der Empore aus mit einem Lichtpult. "Ich kenne
die Musik und die Komponisten", erläutert er. Deshalb musste er sich vor dem Konzert
nur grob mit dem Organisten absprechen.
Regionalkantor Peter Rottmann aus Bad Kissingen studierte an der Musikhochschule des
Saarlandes in Saarbrücken Kirchenmusik, Musikerziehung sowie das Konzertfach Orgel.
Seit 1988 ist er Regionalkantor im bischöflichen Ordinariat in Würzburg. Rottmann und
Leonard arbeiten schon seit einiger Zeit zusammen. Darüber hinaus hat Leonard ähnliche
Konzerte mit drei weiteren Organisten gestaltet.
Fränkische Nachrichten
13. Oktober 2010
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