Spendenübergabe in Hardheim: Hälfte des Erlöses des Hungermarsches 2010

    6000 Euro für die Missionsarbeit von Bischof Merkel / Der geistliche Würdenträger berichtete über seine Arbeit in Brasilien


    Hardheim. Bei der Vielfalt der weit über das eigentliche seelsorgerliche Wirken hinausreichenden Tätigkeit von Bischof Meinrad Merkel in der Diözese Humaita in Brasilien war ihm die am Montag in Hardheim überreichte Spende des Fördervereins für die Missionsarbeit in Höhe von 6000 Euro eine große Freude. Sie wird ihm vor allem aber wertvolle Hilfe im Rahmen seines sozialen Engagements sein.

    Im Rahmen seines derzeitigen Deutschlandaufenthaltes und seines Besuches in Hardheim ließen ihm Anton Fach als Vorsitzender des Fördervereins für die Missionsarbeit und Sieglinde Böhrer vom "Arbeitskreis Mission" zusammen mit weiteren Repräsentanten einen Scheck über diesen Betrag zukommen.

    Hilfe für geistig Behinderte

    Bei diesem Geldbetrag handelt es sich um die Hälfte der beim diesjährigen Hungermarsch "Wandern für die Anderen" eingegangenen Gesamtspenden. Bischof Merkel wird ihn für die in kirchlichen Räumen beheimatete Einrichtung für geistig Behinderte verwenden. Das Geld trägt dazu bei, die bei diesem Projekt bestehende Finanzierungslücke von monatlich 500 Euro zu schließen.

    Bischof Meinrad Merkel bedankte sich für die Unterstützung bei den Initiatoren des Hungermarsches und allen Spendern. Zuvor hatte er anlässlich seines Besuchs in Hardheim eine Messe gefeiert.

    Die anschließende Zusammenkunft eröffnete Sieglinde Böhrer mit einführenden Gedanken. Bischof Merkel berichtete hernach über seine Tätigkeiten und die Missionsarbeit in der Diözese Humaita. Diese liegt im südlichen Teil des Bundesstaates Amazonas und ist so groß wie ganz Süddeutschland.

    Mit etwa 100 000 verstreut im Land lebenden Einwohnern, die oftmals nur über Flüsse zu erreichen sind, ist der Landstrich dünn besiedelt. Dies macht neben weiten Wegen zur Betreuung der Gläubigen eine besonders aufwändige seelsorgerliche und gut organisierte Arbeit nötig.

    Das dezente und wohl dosierte Bemühen um Missionierung muss den Ausführungen des Geistlichen zufolge bei Verzicht auf jede Penetranz auch die Sorge um das seelische und leibliche Wohl der Bevölkerung mit einschließen. Wie schwierig und kostenaufwändig somit der Aufbau und die Organisation der Seelsorge, das priesterliche Wirken und die Sorge um das seelische und leibliche Wohl der Menschen dort sind und nur mit entsprechender Unterstützung erfolgreich sein kann, wurde den Zuhörern im Verlauf des Abends deutlich.

    Von den aktuellen Ereignissen und Bemühungen erwähnte der Bischof die Einrichtung eines Drogenzentrums, wo sich Mitarbeiter auf der "Farm der Hoffnung" darum bemühen, ihre Patienten von der Drogen-und Alkoholabhängigkeit zu befreien.

    Wie die Kirche sich mit entsprechenden Angeboten der Gläubigen annimmt, wie die Laien in seinem Missionsgebiet aktiviert werden und die Entwicklung der Priesterzahlen beim einheimischen Klerus aussieht, wie der Religionsunterricht und der Schulbetrieb sowie die Katechese und Vermittlung des Glaubens funktionieren, all das gehörte mit zu den angesprochenen Themen. Befragt nach seinen Eindrücken vom Zustand der Kirche in der Heimat, kamen von Meinrad Merkel richtungweisende Äußerungen der Zuversicht, dass die Kirche nicht untergehe. Zu berücksichtigen sei, dass es um den Menschen gehe und um die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens.

    Merkel sprach vom Zukunftsoptimismus des Christen und zeigte auf, wie und wo sich Christen profilieren können. Allerdings sah er den derzeitigen Zustand der Kirche in der Heimat als Herausforderung an. Er hielt es für wichtig, dass auch gute Ideen von Laien berücksichtigt werden, der Gesellschaft ein menschliches Gesicht gegeben wird und das Bemühen um eine Welt deutlich werden müsse, in der der Mensch zählt.

    Die angesprochenen Themen waren Anlass zu reger Aussprache. Der Vorsitzende des Hardheimer Pfarrgemeinderates, Leo Mayerhöfer, überreichte dem Bischof eine Gabe zur positiven Beeinflussung seiner Gesundheit. Pfarrer Franz Lang sah einen wichtigen Aspekt in dem Vortrag, dass er die Teilnehmer zu regem Gedankenaustausch animierte und interessante Impulse zur Folge hatte. Z

    Fränkische Nachrichten
    16. September 2010