Papst Benedikt lud die Jugendlichen ein, Zeugen des Glaubens zu sein

    Ministranten aus Hardheim von Romwallfahrt begeistert - Das Wasser des Lebens weiter reichen


    Hardheim. Begeistert begrüßten am Samstag die Romwallfahrer nach 17 Stunden Reisezeit ihre Eltern und bedankten sich bei den Busfahrern und Reisebegleitern für das gute Miteinander.

    Die Jugendlichen aus Hardheim haben Rom in einer Sondersituation erlebt. Überall traf man auf Lieder singende Ministrantengruppen. Kontakt und Austausch waren über Sprachbarrieren hinweg sofort möglich. Die Stimmung an der spanischen Treppe oder am Trevibrunnen lud ein, mitzumachen. In Rom wurde gefeiert. Dass auch ohne Alkohol eine solche Stimmung aufkommen kann, beeindruckte viele Jugendliche.

    Eröffnungsgottesdienst

    Der Eröffnungsgottesdienst in St. Paul vor den Mauern war noch geprägt von müden Teilnehmern, die gerade die lange Anfahrt hinter sich hatten. Viel Geduld brauchten die Gruppen im Anschluss, bis sich 11 300 Jugendliche mit der Metro in die Stadt verteilt hatten. In den folgenden Tagen waren Besichtigungsrunden ins antike Rom und die Laterankirchen angesagt. Beim gemeinsamen, internationalen Abendgebet auf dem Petersplatz wurde den jungen Pilgern eine große Statue und das Leben und Wirken des Märtyrers Tarcisius vorgestellt, der der Patron der Ministranten ist.

    Großes "Hallo"

    Am Mittwochmorgen war der Petersplatz zur Audienz dicht gefüllt und das "Hallo" war groß, als der Papst mit dem Hubschrauber eine Runde über den Platz flog, bevor er mit dem Papamobil an den jubelnden Jugendlichen vorbeifuhr.

    Seine Ansprache war kurz und prägnant: "Ihr seid Zeugen des Glaubens. Ihr seid der Großteil der Jugend, die heute noch die Messe und die Gottesdienste besucht. Tut das auch außerhalb eures Dienstes und gebt dort, wo ihr anderen begegnet, mutig Zeugnis für euren Glauben. Nehmt euch ein Beispiel an eurem Patron Tarcisius."

    In Workshops verbrachten die Messdiener dann den Nachmittag, wobei sie zum Beispiel Feuerspucken am Circus Maximus lernten, Bodypercussion in der Villa Borghese übten, das jüdische Viertel erkundeten, jüdische Volkstänze lernten oder auf den Spuren der Illuminati quer durch Rom unterwegs waren. Am Donnerstag durfte jede Gruppe die Orte ansteuern, die bis dahin noch nicht besichtigt worden waren, um dann am Nachmittag gemeinsam die Katakombe San Callisto zu besuchen, in der der Heilige Tarcisius und die Heilige Cäcilia begraben sind. Die Statue des Tarcisius wurde feierlich bei der Katakombe aufgestellt und eingeweiht.

    Der Gottesdienst, den die Gruppe dann in der Tarcisiuskirche feierte, war eine ganz besondere Erfahrung. So schön es war, stellte sich den Jugendlichen angesichts der Menschenmassen doch die Frage, ob nicht weniger mehr ist. Wenn die Schlangen überall so lang sind, dass man allein drei Stunden anstehen muss, um überhaupt in den Petersdom zu kommen, dann ist das grenzwertig. So bleibt zu hoffen, dass es die Begegnungen waren, die gemeinsame Begeisterung, der Geist, der zu spüren war, die den Jugendlichen in Erinnerung bleiben und sie für ihre Arbeit mit den jungen Ministranten zu Hause und den Dienst am Altar stärken. Ein wohltuendes Kontrastprogramm zu den Menschenmassen in Rom bildete dann der letzte Tag, den die Hardheimer Gruppe in Assisi verbrachte. Schwester Rita, eine gebürtige Rippbergerin, begrüßte die Gruppe, gab kurze, aber tiefgehende Impulse und führte die Jugendlichen an die wichtigsten Stätten Assisis: San Damiano, Santa Clara und San Francesco. Im zwölf Hektar großen Olivenhain des Klosters durften die Ministranten ein Feuer machen, grillen und sich in aller Ruhe im Schatten der Bäume auf die Rückfahrt einstimmen.

    Schön war zu beobachten, wie die Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammenwuchs, was für die Seelsorgeeinheit sehr segensreich sein wird.

    Fränkische Nachrichten
    11. August 2010