Obergeschoss des Hardheimer Pfarrheims wird komplett neu ausgebaut

    Freiwillige Helfer haben mit dem Entfernen der Trennwände und Deckenleisten begonnen Knochenarbeit gleich zu Beginn der Sanierung


    Fränkische Nachrichten: Von unserem Redaktionsmitglied Ingrid Eirich-Schaab Hardheim. Baustellencontainer, viel Staub und einsatzfreudige ehrenamtliche Helfer: Wer dieser Tage - frei nach dem bekannten Kinderlied - "fleißige Handwerker sehen will", muss ins Hardheimer Pfarrheim gehen: Dort begann unter der Regie des Stiftungsrates die Generalsanierung des Obergeschosses.

    Gesamtkosten rund 300 000 Euro

    Die Kirchengemeinde hat hierfür Kosten in Höhe von rund 300 000 Euro veranschlagt. Aus Freiburg gibt es 20 Prozent Zuschuss, außerdem bewilligte das erzbischöfliche Ordinariat ein Darlehen in Höhe von 80 000 Euro. Die restlichen Mittel müssen aus Spenden und Rücklagen finanziert werden. Pfarrer Lang hofft, dass der Eigenanteil der Pfarrgemeinde durch viele Eigenleistungen freiwilliger Helferinnen und Helfer beim Umbau noch deutlich reduziert werden kann.

    Der beliebte Versammlungsort und Treffpunkt bei vielfältigen Veranstaltungen, Gruppenstunden, Vorträgen, Gymnastik- und Singstunden ist bis Mitte Oktober geschlossen. Vereine müssen sich für diese Zeit Ausweichmöglichkeiten suchen.

    "Vor vielen Jahren habe ich die Einrichtung mit eingebaut, jetzt helfe ich mit, sie wieder zu entfernen", meinte der frühere Hausmeister Walter Bechtold etwas wehmütig. Er war gerade dabei, die Verkleidung zwischen Küche und Garderobe abzuschrauben.

    Drei Tonnen Metall

    Doch zunächst musste am Montag das Mobiliar aus Küche und großem Saal in den Spielsaal im Untergeschoss ausgelagert werden. Dann wurden die Trennwände zerlegt - sie werden durch neue ersetzt. Das war so richtige Knochenarbeit: Denn jedes der insgesamt 24 Teile wog gut und gerne 240 Kilogramm: Eine Trennwand bestand aus 150 Kilogramm Metall, 50 Kilo Holz und einem geringen Anteil Dämmmaterial. Insgesamt waren also alleine gut drei Tonnen Metall auszubauen.

    Gas- und Wasserleitungen sind bereits vorige Woche verlegt worden, um für den Behindertenaufzug Platz zu schaffen. Denn das Obergeschoss soll im Zuge der Sanierung behindertengerecht umgebaut werden, damit künftig auch Rollstuhlfahrer und schwer Gehbehinderte ohne große Umstände Veranstaltungen im Pfarrheim besuchen können. Dies steht schon seit Jahren auf der Wunschliste der Pfarrgemeinde und des betroffenen Personenkreises. Deshalb wird nun außen am Pfarrheim ein Aufzug installiert, der das Untergeschoss und die Saalebene miteinander verbindet.

    Behinderteneinrichtungen

    Im Bereich des bisherigen Getränkelagers auf der Saalebene wird eine Behindertentoilette eingebaut. Das neue Getränkelager entsteht im Anschluss an die Küche im Bereich der Garderobe, die zu diesem Zweck verkleinert werden muss. Zu guter Letzt wird das ganze Gebäude mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet. Außerdem muss der Parkettboden im großen Saal ausgebessert werden.

    Gestern waren die Helfer damit beschäftigt, die Holzdecke im großen Saal herunterzureißen. "Wir sind gut im Zeitplan", freute sich Hausmeister Josef Keller über das große Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die dazu beitragen, der Pfarrgemeinde Kosten einzusparen. "Alles läuft reibungslos", bestätigte auch Architekt Mainrad Haas im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Er war ebenfalls überrascht, dass so viele mitarbeiten, "vor allem erfahrene Rentner mit großem Know-how, was natürlich sehr dienlich und hilfreich ist."

    Wenn die vorbereitenden Arbeiten in ehrenamtlichem Einsatz abgeschlossen sind, sind die Handwerker gefordert. Denn die weiteren Arbeiten wurden an Fachfirmen vergeben.

    Fränkische Nachrichten
    29. Juli 2010