Flötenklänge begeisterten die Zuhörer im Erftaldom
Orgelkonzert in Hardheim: Kirchenmusikdirektor Siegfried Petri an der Vleugels-Orgel und Kantorin Sabine Petri musizierten gemeinsam
Hardheim. Besondere Atmosphäre zauberte am Sonntag beim ersten Orgelkonzert in der Pfarrkirche St. Alban
das Zusammenspiel von Kirchenmusikdirektor und Kantor Siegfried Petri an der Vleugelsorgel mit Kantorin
Sabine Petri (beide von der St. Petri Schlosskirche in Chemnitz) beim Musizieren mit unterschiedlichen
Arten von Blockflöten.
Dabei ließ sich mit Erstaunen die durch das Zusammenspiel zweier ganz unterschiedlicher Instrumente
kreierte Atmosphäre ebenso genießen wie die unüberhörbare Klangstärke der von Sabine Petri gespielten
Blockflöten.
Das Konzert brachte zudem die Begegnung der Besucher mit Werken von Chemnitzer Kantoren, Organisten
und Komponisten Karl Hoyer, Ewald Siegert, Carl August Fischer und Paul Geilsdorf aus der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts. Dass deren wieder ausgegrabene Werke in Chemnitz an der von der Orgelmanufactur
Vleugels restaurierten Orgel der St.Petri Schlosskirche im Originalzustand gespielt werden können, war
Siegfried Petri als Kirchenmusikdirektor und Kantor besonderer Dank wert.
Einige der für die Sächsische Orgelakademie bedeutsamen Werke interpretierte er in beeindruckender
Gestaltung beim Orgelkonzert. Er hat sich der Geschichte um Chemnitzer Orgelmusiker der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts und deren Wirken zu der Zeit angenommen, als sich in dieser Stadt Kirchenmusik
mit den an sächsischen Lehrerseminaren gut ausgebildeten Kantoren entfalten konnte.
In den musikalischen Abend eingestimmt wurden die Besucher, als Sabine Petri die Musik der Pavane für
Einhandflöte und Trommel von Tilman Susato mit diesem langsamen, rhythmisch geprägten Schreittanz bei
ihrem Einzug in die Kirche erklingen ließ.
Die ganze Klangfülle der Hardheimer Vleugels-Orgel brachte Siegfried Petri bei der souverän
gespielten Fantasie von Karl Hoyer aus "Drei Stücke op. 39" von Karl Hoyer zur Geltung. Danach
war das von den beiden Musikern gemeinsam gespielte Concerto per Flautino und Basso continuo
C- Dur op. 44 von Antonio Vivaldi ein großer Hörgenuss. Im langsamen und gewichtigen Largo
dominierte immer wieder das Flautino , ehe das gemeinsame Allegro molto von Orgel und Flautino
den heiter-schwungvoll wirkenden Abschluss ausmachte.
Nach dem Hinweis auf die Empfehlung Ewald Siegerts als Organist für die St. Petri Kirche durch
Max Reger ließ Siegfried Petri das Largo con espressione aus dessen Suite g Moll No. 1 op 53
erklingen und machte deutlich, wie der von den Bachwerken inspirierte Komponist selbst mit der
symphonischen Klangwelt umging. Von dem als Orgel-König bezeichneten Carl August Fischer als
erstem Komponisten in der romantischen Zeit der Orgelwelt war anschließend das von Siegfried
Petri imponierend gespielte Finale aus dem Concert für die Orgel op. 26 zu genießen.
Bei diesem Pfingsten zugerechneten Werk mit vehementen, wohl klingenden, emphatischen Orgelklängen
und mächtigem Schluss war die Liedmelodie "Dir, Jehova will ich singen" herauszuhören.
Mit der Suite in drei Sätzen "I'd rather be in Philadelphia" von Pete Ross als Altblockflöten-Solo
hatte Sabine Petri ein Werk mit aparten und zum Teil fast jazzhaft wirkenden Klängen und Läufen
ausgewählt, das viel Freude bereitete.
Bei der meditativen Passacaglia c Moll op. 36 von Paul Geilsdorf füllten faszinierende und
furiose Orgelklänge zum Abschluss des Werks den Kirchenraum. Mit der "Sonata prima sopra Haec
dies" von Caterina Assandra mit Intavolierung (Einrichtung) der ursprünglichen Motette von
Claudia Nauheim für Sopranblockflöte und Tasteninstrument konnten die Zuhörer beim angenehmen
Zusammenspiel der beiden Künstler die Dominanz des von Sabine Petri gewählten Instruments mit
kräftigem Klang bewundert.
Sie setzte auch den Schlussakzent während sich bei der ansprechenden Melodie andererseits
Orgel und Blockflöte als harmonisch aufeinander abgestimmt erwiesen. Bei der mit lang
anhaltendem Beifall geforderten Zugabe erfreuten die Künstler mit liebenswerten,
liedhaft wirkenden Klängen von Flöte, Trommel und Orgel. Z
Fränkische Nachrichten
11. März 2010
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