Zahlreiche Gäste wollten den "Erftaldomschatz zu Hardheim" sehen

    Ausstellungseröffnung am Freitag: Zeitreise in die Vergangenheit

    Hardheim. Rekordverdächtigen Besuch fand bereits bei der Eröffnung am Freitag die Ausstellung "Der Erftaldomschatz zu Hardheim". Diese war vom Vorsitzenden des Vereins Erfatalmuseum, Torsten Englert, konzipiert und in enger Kooperation mit Pfarrer Franz Lang sowie mit Unterstützung durch die Pfarrer Ralf Krust, Franz Lang, Johann Schäfer und Klaus Vornberger sowie die Museumshelfer realisiert worden.

    Die Eröffnungsveranstaltung, gesanglich gestaltet vom Kirchenchor St. Alban unter Leitung von Richard Leiblein, verdeutliche, dass man mit der Themenwahl richtig lag.

    Berechtigter Stolz

    Englert betonte den berechtigten Stolz der Hardheimer auf ihre Kirche. Erinnert wurde auch an die große Opferbereitschaft der Hardheimer beim Bau des Erftaldoms, die den Bau der imponierenden Kirche garantierte. Der Begriff "Erftaldomschatz" dürfe keineswegs nur unter materiellen Aspekten gesehen werden. Anbieten wolle man in Verbindung mit der Ausstellung auch eine Zeitreise in die Vergangenheit.

    Die Festrede hielt Pfarrer Franz Lang. Er verwies darauf, dass es Kirchenschätze von Anfang an gab. Das wohl in der Vorgängerkirche des Erftaldoms hängenden Gemälde "Die Anbetung der heiligen drei Könige" von Franciscus Asam würde die Frage nach dem ersten Kirchenschatz beantworten. Wie die Könige hätten viele ihre Schätze zu Jesus gebracht und der Kirche anvertraut.

    Zu sehen seien Gegenstände und Werke, die immer schon der Bevölkerung zugänglich waren. Sie dienten gottesdienstlichen Zwecken und stellen in gewissem Sinn Gebrauchsgüter dar, die - mit Hintergrundinformationen versehen - erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

    Lang betonte sein Bemühen, mit dem Vortrag auch verdeutlichen zu wollen, was einen Kirchenschatz sowie den Reichtum und die Armut der Kirche ausmache. Beim Kirchenschatz gehe es in erster Linie keineswegs um materielle Güter, sondern darum, die Welt mit den Augen Jesu zu sehen.

    Unvergänglicher Schatz

    Wenn sich im Laufe von Jahrhunderten in Hardheim der Erftaldomschatz ansammelte, sei dieser kein Selbstzweck, sondern verweise auf Jesus als unvergänglichen Schatz.

    Nach dem Hinweis auf die Väter und Mütter des Erftaldomschatzes wurde von Pfarrer Lang verdeutlicht, dass dieser gemäß seiner Bewertung im weiteren Sinn aus dem Kirchengebäude, den künstlerischen Ausstattungsgegenständen der Pfarrkirche und aus den Paramenten, liturgischen Geräten und Büchern besteht.

    In diesem Sinne gestaltete er seine weiteren Betrachtungen und verwies auf die verschiedenen im Laufe der Zeit gebauten Kirchen, verdeutlichte dann deren jeweilige künstlerische Ausstattung und ließ wissen, dass die Paramente und liturgischen Geräte in einem Zeitraum von fast 400 Jahren zusammenkamen und angeschafft wurden.

    In Verbindung mit den Gedanken zum Wandel des Erftaldomschatzes im Lauf der Zeit nannte Lang auch einige besonders wertvolle Bestandteile, wie eine barocke Strahlenmonstranz aus dem Jahr 1759.

    In seinem Grußwort bat Pfarrer Ralf Krust zu beachten, dass Kirchen der Anbetung und nicht als Machtinstrumente dienen sollen. Er ging auf die Geschichte und die Situation der evangelischen Kirche in Hardheim im Laufe der Zeit ein und freute sich über die geänderten Verhältnisse in den Beziehungen. Bei aller noch bestehenden Unterschiedlichkeit zwischen den beiden Konfessionen gelte es, Jesus Christus als Mitte zu sehen und für jeden den Schatz zu suchen und zu finden, den er für wichtig halte.

    Freude über große Resonanz

    Bürgermeister Heribert Fouquet freute sich über die große Resonanz auf das Angebot des Museumsvereins, stellte weitergehende Betrachtungen zum Motto der Ausstellung an und erinnerte daran, dass das Materielle keineswegs im Vordergrund stehen dürfe. Er betonte sein Bemühen, mit der von ihm initiierten Beleuchtung des Erftaldoms den Beweis seiner Wertschätzung für die Kirche zu sehen und lobte das Bemühen des Museumsvereins mit seinen Ausstellungen das zu zeigen, was im Alltag oft untergehe.

    Dank sagte er daher allen an der Ausstellung Beteiligten. Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung in der Erftalhalle wurde eine Führung im Museum durch die imponierend gestaltete Ausstellung geboten. Z

    Fränkische Nachrichten
    21. September 2009