Brilliantes "Orgelfeuerwerk" im Erftaldom mit Professor Friedemann Winklhofer
Der Orgel einfühlsame Stimmungsbilder entlockt
HARDHEIM. Ein brillantes "Orgelfeuerwerk" entzündete Professor Friedemann Winklhofer
am Sonntag auf der Vleugels-Orgel in der Pfarrkirche St. Alban in Hardheim. Durch
langanhaltende Standing Ovations zollten ihm die zahlreichen Besucher Anerkennung
und Bewunderung für seine bravourösen Darbietungen. Der Professor der Hochschule
für Musik und Theater in München und Orgelsachverständige der Erzdiözese
München-Freising erwies sich als exzellenter, technisch versierter und äußerst
einfühlsamer Organist und wahrer Orgelspielkünstler.
In sehr persönlich gehaltener, sympathischer Form stellte er zu Beginn die von
ihm ausgewählten Werke vor. Als Sprecher des Freundeskreises der "Erftaldomorgel"
hieß Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Berberich die Zuhörer willkommen.
Im Verlauf des Konzertes brachte Professor Winklhofer die vielfältigen Klangfarben
und Gestaltungsmöglichkeiten der Hardheimer Kirchenorgel optimal zur Wirkung.
Zunächst stimmte er die Zuhörer mit dem mitreißendschwungvollen Marsch
"The Granada Connection" von Joyce Alldred auf das kurzweilige Programm ein.
Erinnerungen an die gute alte Kinoorgel-Zeit wurden wach.
Kontrastierend dazu die ruhigen und meditativen Passagen des "Caprice Des-Dur"
von Cuthbert Harris. Im "Boléro de concert" von Louis James Alfred Lefébure-Wély
arbeitete der Organist die klanglichen Eigenarten dieses spanischen Tanzes mit
teils schwermütig wirkender Melodik mit sehr viel Gefühl beeindruckend
differenziert heraus. Sanfte Stimmungsbilder zauberte Professor Winklhofer
hernach lautmalerisch auf der Vleugels-Orgel,um der "Morgenstimmung" aus der
Peer-Gynt-Suite Nr.1 von Edvard H. Grieg in der Orgelbearbeitung von Edwin H.
Lemare akustisch Gestalt zu verleihen.
Den bekannten, von ihm für Orgel bearbeiteten "Hochzeitsmarsch" aus
"Ein Sommernachtstraum" von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit allen
Zwischenspielen brachte der Organist anschließend in höchst begeisternder
Gestaltung unter Anwendung all der klanglichen Möglichkeiten, die
die Hardheimer Orgel bietet, zu Gehör.
Mit der "Sinfonia con il tanto applaudito inno popolare all' offertorio"
des Padre Davide de Bergamo folgte ein Wunschtitel des Hardheimer Pfarrers
Franz Lang. Die melodiöse Musik - phrasenweise endend in mächtigem
Paukenklang - ging ins Ohr, gefiel mit ihren Anklängen an Opern und
Drehorgelmusik, war höchst abwechslungsreich und beinhaltete zudem
gleich zweimal die Melodie der Nationalhymne in Würdigung der ehemaligen
Zugehörigkeit Norditaliens zum Herrschaftsbereich der österreichischen Monarchie.
Interessante Klangfarben boten im Folgenden auch die von Maurice Besly für
Orgel bearbeiteten Teile "Berceuse" und "Finale" aus dem Ballett
"Der Feuervogel" von Igor Strawinsky. Bei dem Titel "Evening" von
Easthope Martin wartete Winklhofer mit beruhigenden, sinnfällig zum
Eintritt der Abendruhe hinführenden Orgelweisen auf.
Mit Nigel Ogdens "PenguinsPlaytime" zeichnete er in sehr treffender,
rhythmisch-betonter Lautmalerei die spielerisch-tänzerischen Bewegungen
kleiner Pinguine nach.
Die von pompösem Klangvolumen geprägte Melodie aus dem "Pomp and
Circumstance"-Marsch Nr. 1unter dem Titel "Land of Hope and Glory" von
Edward Elgar mit feierlich erhabener Musik präsentierte Winklhofer dem
andächtig lauschenden Publikum in der von Edwin H. Lemare für Orgel
bearbeiteten Version und sorgte damit für einen glanzvollen Schlusspunkt
des offiziellen Programms.
Der lang anhaltende Beifall veranlasste den Künstler schließlich zur
Zugabe in Form des Triumph-Marsches aus der Oper "Aida", wobei er einmal
mehr die Vielfalt der Klangfarben der Orgel unter Beweis stellte und damit
die Besucher noch einmal ganz in seinen Bann zog. Schließlich wies der
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bernhard Berberich noch das nächste
große Orgelkonzert in Hardheim hin. Z
.
Am Sonntag, 13. September wird der berühmte russische Organist
Professor Alexander Fiseisky mit dem Gnessin-Barock-Orchester Moskau
nach Hardheim kommen und die sechs Konzerte, Opus 4, von Georg Friedrich
Händel aufführen.
Programm
Orgelfeuerwerk
mit Prof. Friedemann Winklhofer, München
auf der Vleugelsorgel im Erftaldom Hardheim am 19.07.09
The Granada ConnectionJoyce Alldred (geb. 1934)
Caprice Des-durCuthbert Harris (1856-1932)
Boléro de concert Louis-James-Alfred Lefébure-Wély (1817-1868)
MorgenstimmungEdvard Hagerup Grieg 1843-1907)
aus der Peer Gynt-Suite Nr. 1 für Orgel bearbeitet von Edwin H. Lemare
Hochzeitsmarsch Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
aus "Ein Sommernachtstraum" für Orgel bearbeitet von Friedemann Winklhofer
Sinfonia - col tanto applaudito Inno Popolare Padre Davide da Bergamo(1791-1863)
Berceuse und Finale Igor Strawinsky (1882-1971)
aus dem Ballett "Der Feuervogel" für Orgel bearbeitet von Maurice Besly
Evensong Easthope Martin (1882-1925)
Penguins' Playtime Nigel Ogden (geb. 1954)
"Pomp and Circumstance" Edward Elgar (1857-1934)
Marsch Nr. 1 D-dur für Orgel bearbeitet von Edwin H. Lemare
Freundeskreis Erftaldomorgel
Juni 2009
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