Podiumsdiskussion zur Woche des Lebens in Hardheim
Gastredner beleuchteten das Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten "Gemeinsam mit Grenzen und miteinander leben"Hardheim. Wertvolle Erkenntnisse zum Thema "Gemeinsam mit Grenzen leben", gesund oder krank von Gott geliebt, vermittelte die Podiumsdiskussion in Hardheim zur ökumenischen "Woche des Lebens". In seiner zusammenfassenden Abschluss-Betrachtung gab Fritz-Peter Schwarz als Moderator des bestens vorbereiteten Abends praktische Tipps und Empfehlungen ebenso wie Walter Knauf als Bandleader der Musikergruppe "Handicap", die den Abend musikalisch gestaltete.Fritz-Peter Schwarz äußerte die Hoffnung, dass der Abend dazu beträgt, zu einer Einstellung zum Mitmenschen zu gelangen. Die Besucher sollten motiviert und befähigt werden zu einer realistischen Nächstenliebe ohne Erwartung von Gegenliebe und Dankbarkeit des anderen. Großes Gemeinschaftsprojekt Der gebührenden Fürsorge, Barmherzigkeit und Seelsorge sprach Schwarz eine zentrale Rolle im Rahmen einer menschlichen und liebevollen Begleitung zu. Die Behinderten-Musikergruppe ist nach Darstellung von Walter Knauf ein gutes Beispiel dafür, was trotz der Grenzen durch Behinderung erreicht werden kann. Für die Podiumsdiskussion, einem Gemeinschaftsprojekt der beiden Kirchengemeinden, des Vereins Dienst am Nächsten und des Freundes- und Förderkreis Krankenhaus Hardheim, hatte man kompetente Vertreter verschiedenster Fachrichtungen gewinnen können. Alle haben die gleiche Würde Bei den Grußworten durch Pfarrer Ralf Krust und Moderator Fritz-Peter Schwarz wurde deutlich, dass gesunde, behinderte und kranke Menschen die gleiche Würde haben und gleichermaßen auf Beziehungen angewiesen sind. Durch das Motto "Gemeinsam mit Grenzen leben" sollte an die Verpflichtung zur Solidarität gedacht werden, da der Mensch durchaus als Mängelwesen anzusehen sei: Ein Leben lang sei er auf Mitmenschen angewiesen, betonte der Gesprächsleiter und wies auf die Begrenztheit des menschlichen Lebens hin. Gerade daraus resultiere die Notwendigkeit des Miteinanders und Füreinanders. Diesen Erkenntnissen entsprechend waren die Diskussionsteilnehmer auf dem Podium ausgewählt. Diese stellten zunächst sich und ihre tägliche Arbeit vor. Pfarrerin Dr. Dagmar Kreitzscheck von der evangelischen Krankenhausseelsorge Heidelberg ging besonders auf den Themenbereich religiöse, seelsorgerische Betreuung und Gottvertrauen ein, Pfarrer Richard Lallathin von der Behindertenseelsorge der Johannes-Anstalten Mosbach sprach "Miteinander statt Ausgrenzung" an. Gynäkologe Dr. Frank Schure vom Krankenhaus Hardheim befasste sich schwerpunktmäßig mit Apparatemedizin, medizinische Grenzen, Arztgesprächen, Pfarrer Franz Lang von der katholischen Pfarrgemeinde St. Alban in Hardheim mit "Besuchen, Krankensalbung, Krankenkommunion". Agnes Ullrich von der Hospizgruppe und dem Verein Dienst am Nächsten ging näher auf das Miteinander, Füreinander, Lebens-und Sterbebegleitung ein, Dr. Jürgen Frank vom Förderverein des Hardheimer Krankenhauses auf den Themenkomplex "angenehmer Krankenhausaufenthalt zum Wohl der Patienten". Leben mit Krankheiten Martina Weimann von der kirchlichen Sozialstation ging es um Pflege, Hilfe, Zuneigung und Betreuung und Bettina Kleinknecht vom Geriatriezentrum St. Josef Walldürn thematisierte Rehabilitation, Langzeitpflege und Palliativkonzept. Anschließend umriss der Moderator jeweils die Themen, zu denen die Mitglieder des Podiums dann ihre Betrachtungen folgen ließen. Zunächst ging es um das Leben mit Krankheiten und darum, dass zum menschenwürdigen Leben - besonders in Anbetracht einer schweren oder unheilbaren Erkrankung - auch eine menschenwürdige Verantwortung bei der Begleitung gehört. Angesprochen wurde, wie einem Kranken ein schwieriger Befund mitgeteilt werden kann, wie der Umgang mit der Wahrheit für jeden Menschen aussieht. Weitere Themen waren die Ängste vor der Dominanz der Apparate in der modernen Medizin, seelsorgerische Hilfen und die Patientenverfügung. Leben mit Behinderung
Im zweiten Themenbereich befassten sich die Podiumsgäste mit vorgeburtlicher Diagnostik
unter dem Aspekt, dass eine Fruchtwasseruntersuchung ein Downsyndrom erkennen lässt und
eine Entscheidung zu treffen ist, ob der Embryo wegen dieser Behinderung abgetrieben
werden soll. In Verbindung damit wurde verdeutlicht, welche Hilfen den Schwangeren,
der Familie, Freunden und Angehörigen an die Hand gegeben werden. Die Podiumsteilnehmer ließen großes Verantwortungsgefühl erkennen. Sie sprachen von wachsender Akzeptanz bei Behinderungen. Andererseits müsse man noch viel lernen und es sei dringend notwendig, Behinderte zu fördern, zu betreuen und zu integrieren. Im dritten Themenkomplex "Leben mit Behinderung. Zum Miteinander finden", ging es um den richtigen Umgang mit Behinderten und Schwerstkranken. Denn diese brauchen Menschen, die ihnen beistehe. "Jeder Mensch ist wertvoll" Man verdeutlichte, was Angehörige, Freunde, Organisationen tun können, wo man Hilfe und Unterstützung bekommt und wie man sich richtig verhält. Antworten versuchten die Diskussionsteilnehmer auf die Frage geben, wo Gott in schweren Stunden ist und wie ein Miteinander von Kranken, Behinderten und Gesunden möglich ist. Über allem stand die Erkenntnis, dass jeder Mensch ohne Ausnahme und Bedingungen wertvoll ist. Letztlich wurde die Kunst, sich auf das Sterben vorzubereiten, ganz wesentlich für ein angstfreies Leben angesehen. Z Nach dem Dank an alle Beteiligten lud Pfarrer Krust zum Besuch des ökumenischen Gottesdienstes zur Woche des Lebens am 23. Mai, um 19 Uhr in die katholische Kirche in Hardheim ein. Fränkische Nachrichten 07. Mai 2009 |