Gunter Berberich referierte bei der katholischen Frauengemeinschaft

    Student führte die Zuhörer ins Heilige Land - Bleibende Eindrücke gesammelt

    Hardheim. (zeg) Weil angehende Theologiestudenten auch noch viel lernen müssen, beinhaltet das erste Jahr im Priesterseminar neben einem Sozialpraktikum eine "Bibelschule". Darunter versteht man in der Erzdiözese Freiburg einen neunwöchigen Aufenthalt in Israel, in dessen Verlauf die Bibel komplett gelesen wird. Mit Details zu dieser "Bibelschule" wartete der Hardheimer Theologiestudent Gunter Berberich bei einer Veranstaltung der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) inWort und Bild auf. Berberich erläuterte das Unternehmen, das er 2007 mit weiteren 20 Studenten aus den Diözesen Freiburg, Mainz und Essen erleben durfte. Der Sinn der Bibelschule liegt darin, dass die Studenten, bevor die theoretische Beschäftigung mit der Theologie an der Universität beginnt, einen intensiven Bezug zur Grundlage des Glaubens, zur Heiligen Schrift aufbauen. Deshalb wird sechs Wochen lang in Nazareth ein biblisches Buch pro Tag gelesen und jeder Abend schließt mit einer Austauschrunde.

    Darüber hinaus gibt es beim Besuch verschiedenster bedeutsamer Stätten Israels die Möglichkeit, Eindrücke der biblischen Orte mitzunehmen und Erfahrungen zu sammeln. Die zahlreichen Besucher folgten aufmerksam den Ausführungen und waren erstaunt, Peter Falk, der sich an seine Zeit als Diakon in Hardheim noch gut erinnern kann, auf den Fotos zu entdecken. Untergebracht waren die Studenten mit ihrem Rektor in einem Gästehaus der Rosenkranzschwestern, wo sie sich selbst versorgten. Im Verlauf des Aufenthaltes gab es für die Teilnehmer auch verschiedenste höchst interessante Begegnungen wie z.B. mit einem deutschen Nahostkorrespondenten, Würdenträgern verschiedenster Konfessionen und einfachen Christen, die von ihren alltäglichen Leben berichteten. Eine interessante Begegnung hatte Gunter Berberich, als zusammen mit den deutschen Bischöfen der beim ZDF als Redakteur tätige gebürtige Hardheimer Jürgen Erbacher anreiste.

    Der junge Referent beschrieb auf interessante Weise seine Eindrücke von Haifa, Jericho im Westjordanland, von Bethlehem. Er betonte die Bedeutung des auch von den Hardheimer Frauen finanziell unterstützten Caritas_"Baby"_Hospitals für die palästinensische Bevölkerung. Interesse fand auch das Foto eines Stein aus Caesarea Maritima, in den der Namen des Pontius Pilatus eingraviert ist und somit dessen historische Existenz verbürgte. Mit Hilfe solcher außerbiblischen Quellen erhält auch der Inhalt der Bibel eine höhere Legitimation jenseits der Gläubigen. In Verbindung mit der Beschreibung seines Aufenthalts in der Wüste wurde die Bedeutung von Qumran mit seinen fast 2000 Jahre alten Schriftrollen und die Geschichten um die Felsstadt Massa da und die lang andauernde Belagerung durch die Römer beschrieben.

    Besonders beeindruckend empfand der Theologiestudent das Lesen der Evangelien am See Genesareth und die Feier der heiligen Woche von Gründonnerstag bis Ostersonntag. Zusammenfassend sprach Gunter Berberich von ergreifenden Tagen, die er als Geschenk auffasst und davon, dass diese neun Wochen tiefe Eindrücke hinterließen.

    Rhein-Neckar-Zeitung

    2.05.2009