Pfarrgemeinderat tagte: Schwerpunktthema "Trauer- und Begräbnispastoral"
Hardheimer Pfarrgemeinderat tagte: Schwerpunktthema "Begräbnispastoral" / Hilfsangebote der Kirche / Arbeit der Hospizgruppe vorgestellt Neues Gebetsheft zum Totengedenken in ArbeitHardheim. Mit Themen aus dem großen Bereich "Sterben, Tod und Begräbnispastoral " befasste sich der Pfarrgemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch. Es wurde einmal mehr deutlich, wie eng Leben und Tod miteinander verbunden sind und wie wichtig es ist, sich der Kranken und Sterbenden in gebührender Weise anzunehmen.Vorsitzender Bernhard Berberich leitete die Sitzung. Matthias Schiller stellte das von einer engagierten Arbeitsgruppe des Liturgiekreises entworfene neue Gebetsheft zum Totengedenken für die Seelsorgeeinheit vor. Er kam auf die bisher üblichen Formen des Totengedenkens in den einzelnen Kirchengemeinden zu sprechen und zeigte die Vorschläge für neue, zeitgemäße Möglichkeiten des Totengebets auf: Rosenkranz und Gebet zu den fünf Wunden, Verwendung einzelner Rosenkranzgesätze mit Betrachtung und Litanei sowie Andacht "Weizenkorn, im Tod ist Leben". Matthias Schiller begründete die möglichen Alternativen zum Rosenkranzgebet, dem aber weiterhin Bedeutung zukomme. Konzept und Texte für die Wortgottesdienste für Verstorbene sollen im Amtsblatt der Gemeinde veröffentlicht werden. Die Hefte mit den Gebeten sollen in den Pfarrkirchen verbleiben. Werk der Barmherzigkeit. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Berberich dankte allen an der Gestaltung Beteiligten. Im Anschluss an die Aussprache befasste sich Pfarrer Franz Lang mit neuen Entwicklungen in der Trauer- und Begräbnispastoral. Das Begraben der Toten sei ein Werk der Barmherzigkeit, blickte der Seelsorger auf damit verbundene Traditionen zurück. Trauerpastoral beginne, wenn sich abzeichne, dass ein Mensch vom Leben Abschied nehmen müsse. Dieser Prozess des Abschiednehmens könne sich zum Teil über Jahre hinwegziehen. Dazu zählte Pfarrer Lang beispielsweise auch schon die Krankenhausbesuche. Die Arbeit der Hospizgruppe und die christliche Sterbebegleitung gewännen an Bedeutung. In puncto Krankensalbung hielt der Geistliche die mit dem Begriff "letzte Ölung" einhergehende Vorstellung vom unmittelbar bevorstehenden Sterben nicht für gerechtfertigt. Während der Sterbende sich zwar bewusst Gott übergebe, bestehe dennoch der nachdrückliche Wunsch, wieder gesund zu werden und durch die Krankensalbung Stärkung zu erfahren. Anschließend befasste sich Pfarrer Lang sehr einfühlsam und im Bemühen um echte Hilfe für die Betroffenen mit dem Sterben und mit der Konfrontation im Todesfall, der immer wieder zu beobachtenden Hilflosigkeit der Betroffenen, den Diensten der Geistlichen und deren Bemühen, den Angehörigen Trost und Halt aus dem Glauben zukommen zu lassen. In jedem Fall gehe es darum spüren zu lassen, dass jemand mit seinem "Mitleid" zur Seite stehe und dass auch das Totengebet eine solche Hilfe darstelle und die Betroffenen zur Ruhe kommen lasse. Hilfsangebote der Kirche Das Ritual der Beerdigung biete zudem die Möglichkeit zu einem würdigen Abschied in Verbindung mit der Perspektive der christlichen Hoffnung der Auferstehung. Die Bedeutung der Seelenämter, die Situation und Gefühlslage der Betroffenen und den Wandel in der Bestattungskultur mit den vielfältigsten Bestattungsmöglichkeiten sprach Pfarrer Lang ebenso an wie die Möglichkeiten bei der Beerdigung von Menschen, die sich von der Kirche distanziert haben oder aus dieser ausgetreten sind. Schließlich ging es auch um die Phase der Trauer nach einem Todesfall und das Loslassen - ein Prozess, der sich bei manchen über Jahre hinziehen kann. Weitere Themen waren die Hilfsangebote der Kirche (Allerseelengottesdienst, Einrichtung eines "Ortes der Trauer" im hinteren Bereich der Hardheimer Pfarrkirche, Trauertreffs und Gottesdienste zum Jahrestag). Agnes Ullrich als Repräsentantin der Hospizgruppe verdeutlichte Bedeutung, Wert und Praxis dieses Dienstes am Nächsten. Sie kam auf die Ausbildung der Helfer, deren praktische Arbeit, die ehrenamtlichen Einsätze und die Schweigepflicht der Mitarbeiter zu sprechen. Diese Zuwendung könne allen hilfesuchenden Schwerkranken, Sterbenden und Angehörigen zuteil werden. Die Aktiven der Hospizgruppe stellen ihre Zeit und Kraft im Rahmen des Möglichen für Einsätze zur Verfügung. Z Fränkische Nachrichten 28. April 2009 |