Kirchenkonzert in Hardheim: Balázs Szabó und Natalia Ryabkova beeindruckten
Anspruchsvolle Werke sehr souverän vorgetragen
Hardheim. Den beiden jungen Organisten des ersten Hardheimer Orgelkonzerts
in diesem Jahr an der Vleugels-Orgel am Sonntag eilte ein sehr guter Ruf
voraus. Sie waren im November als Preisträger des Heidelberger Philipp
Wolfrum-Wettbewerbs mit jeweils einem 2. Preis bedacht worden.
Ein erster Preis war aufgrund der Gleichrangigkeit der beiden Träger
des 2. Preises nicht vergeben worden. Bereits vor dem Heidelberger
Orgelwettbewerb hatten sowohl der 1985 geborene Balázs Szabó (Ungarn),
Studierender der Hochschule für Musik in Würzburg, als auch die 1979
geborene Natalia Ryabkova (Russland), Studierende an der Hochschule
Kirchenmusik Heidelberg, Preise und jeweils einen 1. Platz bei
Internationalen Wettbewerben gewonnen und damit ihr virtuoses
Können unter Beweis gestellt.
Lang anhaltender Beifall war in
Hardheim der Lohn für ihre ausgezeichneten Darbietungen. Denn sie
gestalteten mit beeindruckender Souveränität und in der ihnen
eigener Art künstlerischer Gestaltung ein anspruchsvolles Programm.
Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Bernhard Berberich begrüßte vorab die
Zuhörer und stellte das Programm der diesjährigen Orgel-Konzertreihe vor.
Die ausgewählten Werke gestalteten die jungen Künstler in zwei aufeinander
folgenden Blöcken. Zunächst wartete Balázs Szabó mit Praeludium und Fuge
Es-Dur, BWV 552, von Johann Sebastian Bach auf. Er verstand es in
überzeugender Weise, die verschiedenen musikalischen Charakterisierungen
prägnant herauszuarbeiten, ehe die unterschiedlichen Themen am Schluss
vereint erklangen.
Von Philipp Wolfrum, der das Heidelberger Musikleben
vor rund hundert Jahren als Kantor, Generalmusikdirektor, Honorarprofessor
und Komponist maßgeblich prägte, interpretierte Balázs Szabó das
Kyrie eleison Nr. 3. In diesem wurde die Bitte des "Erbarme dich"
an der Orgel gestalterisch variiert und sowohl mit nachdrücklicher
als auch mit ruhiger und inniger Intention instrumental verdeutlicht.
"Präludium und Fuge über Bach" von Franz Liszt waren geprägt von
vielgestaltiger, mächtiger und teilweise furios klingender Tonfülle
sowie einem mächtigen Schluss.
Natalia Ryabkova bewies gleich
beim ersten ihrer drei Auftritte mit der 1. Sonate b-Moll, op. 1 /I "Ziemlich bewegt"
von Philipp Wolfrum, dass sie bereits eine Virtuosin von Format ist.
Sie imponierte dabei mit der trefflichen Charakterisierung der
unterschiedlichen Passagen und spielte diese voller Hingabe gemäß den
Intentionen des Komponisten.
Aus den Sechs Stücken in kanonischer Form op. 56 von Robert Schumann
erklangen mit IV "Innig", As-Dur, und Nr. II "Mit innigem Ausdruck"
in a-Moll zwei Stücke mit sowohl ruhig fließender, eingängiger als auch
gefühlvoller Melodik. Schließlich verstand es die Organistin in
eindrucksvoller Form, den Inhalten "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen,
Angst und Noth sind des Christen Thränenbrodt" von Franz Liszt mit
entsprechend aussagekräftiger Gestaltung und den mit der Vleugels-Orgel
möglichen instrumentalen Möglichkeiten musikalisch adäquat Ausdruck zu
verleihen und die Thematik zu verdeutlichen, ehe die heftigen und intensiven
dem Titel entsprechenden Klänge übergingen in die tröstliche und beruhigende
und mit entsprechender Musik gestaltete Zusicherung und Verheißung "Was Gott
tut, das ist wohlgetan". Z
Fränkische Nachrichten
18. März 2009
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