Elternabend im katholischen Kindergarten: Bildungsplan vorgestellt

    Kindheit nicht die Leichtigkeit nehmen

    HARDHEIM. "Die frühe Kindheit ist eine wichtige Zeit. Bildung beginnt nicht erst in der Schule", erklärte Elvira Leiblein, die Leiterin des Katholischen Kindergartens St. Franziskus Hardheim beim Elternabend. Der Kindergarten werde als Bildungseinrichtung ernst genommen und nicht nur als Betreuungseinrichtung. Das gebe ihm einen hohen Stellenwert. Deshalb erläuterte sie den Eltern den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten, der ab dem nächsten Kindergartenjahr verbindlich eingeführt werden soll. Dieser lege zwar die Zielsetzung für die Elementarerziehung fest, aber es bleibe in der Verantwortung der Träger und der Einrichtungen, wie diese Ziele im pädagogischen Alltag erreicht werden.

    Gemeinsam mit dem Erzieherinnen-Team stellte Leiblein die Bildungs- und Entwicklungsfelder "Sinne, Körper, Sprache, Denken, Gefühl und Mitgefühl, Sinn, Werte und Religion" vor. Allerdings warnte sie davor, die Bildung allzu sehr in den Vordergrund zu stellen und so der Kindheit ihre Unbeschwertheit und Leichtigkeit zu nehmen.

    "Wir dürfen nicht vergessen, dass alles seine Zeit hat. Wenn wir meinen, wir könnten das Wachstum beschleunigen, indem wir an zarten Pflänzchen herumziehen, dann werden wir böse Überraschungen erleben", sagte Leiblein mit Nachdruck. "Im Kindergarten St. Franziskus wird ausgezeichnete Arbeit geleistet. Er hat einen sehr guten Ruf und ist als Kindergarten begehrt. Dies soll auch in Zukunft so bleiben", betonte der Elternbeiratsvorsitzende Leo Mayerhöfer in seinem Jahresbericht.

    Die Arbeit im Elternbeirat erschöpfte sich nicht in Sitzungen, sondern bestand aus vielen Aktivitäten wie etwa Elternthemenabenden, Elternfrühstücken und Elternstammtisch sowie der organisatorischen Unterstützung zahlreicher Veranstaltungen des Kindergartens. Dieses Engagement sei geprägt von vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen. Mayerhöfer wörtlich: "Sie verstehen es vorzüglich, St. Franziskus zu einem Ort liebevoller Geborgenheit zu machen. Hierher kommen die Kinder einfach gerne - selbst dann, wenn sie schon eingeschult worden sind."

    Die Zusammenarbeit im alten Elternbeirat würdigte der Vorsitzende als vorbildlich und dankte seinen Kollegen Eva Bachmann, Petra Böhrer, Carmen Meszaros, Jutta Böhrer, Melanie Böhrer und Joachim Gärtner für ihre Eigeninitiative, ihre Ideen und ihre tatkräftige Mithilfe: "So entstand ein prima Team." Mayerhöfer gab zu bedenken, ein Elternbeirat dürfe aber nicht dem Trugschluss erliegen, seine Hauptaufgabe bestehe im Managen und Organisieren: "Allzu leicht erschöpft sich Engagement in blindem Aktionismus." Monika Bischof, die Kindergartenbeauftragte des Pfarrgemeinderats, überbrachte die Grüße des Kindergartenträgers, der katholischen Pfarrgemeinde St. Alban Hardheim, und gab das Ergebnis der Wahlen zum neuen Elternbeirat bekannt: Gewählt wurden in der Igel-Gruppe Tina Flicker, Simone Richter und Carmen Schneider; in der Käfer- Gruppe Eva Bachmann, Tanja Gärtner und Leo Mayerhöfer. Letzterer wurde als Vorsitzender bestätigt. Die erste Sitzung des Elternbeirats findet am Donnerstag, 20. November, um 16.30 Uhr im katholischen Kindergarten statt.

    Fränkische Nachrichten 11. November 2008