Frauen liefen zu Höchstform auf


    Gudrun Zeller und Erika Fürst "Traumpaar" in der Bütt / FG mit großem Aufgebot vertreten



    Hardheim. Die Hordemer Frauenfasnacht ist bei den Frauen jeglichen Alters aus Hardheim gleichermaßen beliebt. Neben den Akteuren aus den eigenen Reihen tragen traditionsgemäß die FG "Hordemer Wölf" mit allen verfügbaren Aktiven und Akteure aus der Gesamtgemeinde zum Gelingen bei. So auch in diesem Jahr. Selbst die Geistlichen zeigten sich bei ihren einfallsreichen Auftritten fasnachtlich gestimmt, die Musiker von "Enjoy" sorgten für schwungvolle Tanzmusik. Für Rosi Göth als einfallsreicher Moderatorin war es eine Freude, die Beiträge nicht nur humorvoll anzukündigen, sondern sie anschließend auch gebührend anzuerkennen.
    Die einfallsreich kostümierten Besucherinnen hieß Vorsitzende Inge Zegewitz mit passenden Begrüßungsworten und dem in Versen gekleideten Hinweis darauf willkommen, dass die moderne Frau bei Nutzung moderner Technologie in Form der Sonnenkollektoren auf dem Hut dazu beitragen kann, das marode Staatssäckel zu füllen. Im Anschluss daran bot die Bambini-Gruppe der FG mit ihrem von Saskia und Daniela Jodlowski einstudierten Schautanz etwas Besonderes fürs Auge.
    Die FG war überhaupt sehr stark vertreten an diesem Abend und bereicherte in dankbar registrierter Weise das Programm. So auch mit dem von Antje Heim und Karin Dörzbacher einstudierten Auftritt der Kinderschautanzgruppe unter dem Motto "Im wilden Westen", der einfallsreichen und mit mancherlei Seitenhieben gewürzten Büttenrede der jungen Jasmin Weber über "Die midlife crisis" sowie dem tollen vor Kirstin Walter, Ulrike Hamann, Cordula und Michaela Dörr choreographierten Gardetanz der Jugendgarde und dem gefeierten Auftritt von Kevin Schenkel als "Holzmichel".
    Sogar das Ritterpaar alias Robert und Petra Schenkel erwies den Frauen seine Reverenz und nach den Grußworten des Ritters spornte Margarethe die stimmungsvoll mitgehenden Frauen an. Tanzmariechen Susanne Weber begeisterte mit ihrem Charme und beeindruckendem tänzerischen Können die Frauen, die sich zudem über den von Jessica Podgorelec und Carolin Egenberger einstudierten Gardetanz der Wolfsgarde freuten und schließlich vom Auftritt der Hordemer "Erftalhüpfer angetan zeigten.
    Im weiteren Verlauf begeisterte die Schilderung der verschiedenster komischer Situationen,die Gudrun Zeller als "Es Gertrudle vom Odenwald" von ihrer Fahrt in die Stadt erlebte, und der liebenswürdige, von Marianne Haberkorn und Andrea Haas (Bretzingen) mit Kindern aus Bretzingen, Erfeld und Gerichtstetten einstudierte Schautanz "Die Biene Maja und die Imker.
    Pfarrer Rudolf Hauck (Erfeld) stellte sich als sangesfreudiger und stimmgewaltiger Seelsorger vor, der den Verzicht auf eine Predigt als selbstverständlich erachtete, wollte er doch ebenso lustig sein wie die Frauen.In bewährt guter Manier trat Elfriede Fürst in die Bütt und machte deutlich, was ihr beim Dr. Astrologie alles versprochen wurde. Dass allerdings statt des Löwen, der gemäß der Ankündigung ihren Lebensweg kreuzen sollte, nur der Dackel des Nachbarn vorbei kam, war denn doch eine gewaltige Enttäuschung.
    Die Schweinberger Jugendgarde faszinierte mit einem tollen Schautanz, für dessen Einstudierung Melanie Farrenkopf und Silke Bundschuh verantwortlich zeichneten. Gudrun Zeller als "Adelheid" und Elfriede Fürst als "Franziska" kamen später als fasnachtliches Bütten-Traumpaar und glossierten humorig und mit großem Einfallsreichtum mancherlei Geschehen in Wolfsheim. Dabei gaben sie den Hinweis auf ihr "knackiges" Alter von 50, ließen die Frauen wissen, was ein "Analseufzer" ist und erinnerten daran, was so passieren kann, wenn die Frauen stürmisch kommen und was sie mitnehmen, wenn sie gehen.
    Adelheid und Franziska zeigten sich über das Ortsgeschehen bestens informiert und erinnerten den Ortsgeistlichen daran, dass trotz des bestehenden Priestermangels längst nicht jeder Pfarrer bei der Polizei bekannt ist und in der Lage sein muss, sich mit Papieren auszuweisen.
    Die beiden brachten so manches Ungehörte in ihrer trockenen Art fasnachtlich- lustig zu Gehör und erinnerten an den Auftritt der Hardheimer Prominenten als Köche, an die Versetzung des Kaplans und des netten Postbeamten, an die neusten Errungenschaften des Pfarrheims (moderne Mikrophone). Mit ihrer gekonnt humoristischer Betrachtung der lokalen Ereignisse in der bürgerlichen und der Kirchengemeinde hatten sie die Lacher schnell auf ihrer Seite und sorgten dafür, dass sich alle bestens amüsierten.
    Dass ihr origineller Auftritt längst ein unverzichtbarer Bestandteil der Hardheimer Frauenfasnacht ist, wurde von Rosi Göth betont, ehe diese zusammen mit Inge Zegewitz und Rita Horn die beiden für diesen inzwischen seit zehn Jahren gepflegten Beitrag zur Frauenfasnacht in gebührender Form ehrte und mit würdigenden Worten und einem Präsent bedachte.
    Darüber hinaus sind die Einzelauftritte von Elfriede Fürst und Gudrun Zeller schon seit weitaus mehr als zehn Jahren feste Bestandteile der Frauenfasnacht und tragen ganz wesentlich zum Gelingen dieser Traditionsveranstaltung bei. Die Glossierung der lokalen Ereignisse in fasnachtlicher Form setzen die beiden bei der Frauenfasnacht in der Tradition des unvergessenen "Klärle" (Gärtner) fort und sorgen damit seit über einem Jahrzehnt für glanzvolle Höhepunkte bei der Hordemer Frauenfasnacht.Den Gardetanz, den die Mädchen aus Gerichtstetten gekonnt präsentierten, hatten Melanie und Sandra Ehrenfried einstudiert. Das "Traumpaar" (Andrea Haas und Marianne Haberkorn aus Bretzingen) lieferte sich einen urigen Disput zwischen Mann und Frau und nach dem interessanten Schautanz der "Police Academy" der "Lustigen Vögel" aus Schweinberg erwies sich Pfarrer Franz Lang als Spitzenkoch, der den Frauen die Empfehlung mitgab "Wird dir‘s als Hausfrau angst und bang, geh zum Pfarrer Lang". Dieser vertrat auch die Ansicht, dass zwar alle Hardheimer Lokale empfehlenswert seien, aber gegen ihn als schönstem Koch nicht ankommen. Viel Beifall wurde ihm für diesen Beitrag und für seine geistreichen Anspielungen zum Jugendwahn und zu "55 plus" zuteil, und auch dafür, dass er dem Wunsch der Musiker entsprach und im Verlauf des Abends eine Polonaise anführte. Z

    © Fränkische Nachrichten – 02.02.2005