Teilnehmer des KjG-Zeltlagers aus der Erftalgemeinde wurden von Unwetter überrascht
Mädchen und Jungen sowie die Betreuer sind wohlauf
Große Hilfsbereitschaft Rauenzeller halfen Kindern aus Hardheim
Hardheim/Rauenzell. Spontane Hilfsbereitschaft und beste fränkische Gastfreundschaft
wiederfuhr der Ferienfreizeit der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG) aus Hardheim.
77 Kinder und Jugendliche sowie ihre Betreuer haben derzeit am Ortsrand der mittelfränkischen
Gemeinde Rauenzell ihre Zelte aufgeschlagen und wurden am Dienstagnachmittag von dem über
die Region hereinbrechenden Unwetter überrascht.
Sieben Zelte wurden dabei vom Sturm
fortgerissen und zerstört. Verbogenes Gestänge und zerfetzte Zeltplanen zeugten gestern
noch am Rande des Zeltplatzes vom Unheil am Vorabend.
Kinder sind wohlauf
Die Teilnehmer der Freizeit konnten von den Verantwortlichen am Dienstagnachmittag
kurzfristig im Sportheim untergebracht werden, wo sie auch übernachteten. "Sie sind alle
wohlauf und gesund und nach dieser kurzen Überraschung auch wieder bei bester Laune", so
Lothar Beger, Hauptamtsleiter von Hardheim, gestern in einer Pressemitteilung.
Umgehend kam, nachdem sich die Schlechtwetterfront wieder verzogen hatte, aus dem Ort
Hilfe für die Unwetteropfer, erzählte Lagerleiter Lukas Balles gestern. Viele freundliche
Bewohner hätten Essen und Süßigkeiten für die Kinder vorbeigebracht.
Manch eine
Rauenzeller Hausfrau nahm Kleidung und Handtücher korbweise mit, um sie zu Hause zu
waschen und zu trocknen. Für die spontane Hilfe der Bewohner und der Feuerwehr zeigte
sich Balles sehr erfreut und dankbar.
Über die heimische Zentrale orderte die
Lagerleitung noch am Dienstag Ersatzzelte, die von Bundeswehr und DLRG und dank eines
Lkw der Firma Eirich noch am selben Abend nach Rauenzell gebracht wurden. Diese wurden
am gestrigen Mittwoch aufgestellt, um die Freizeit, die noch bis zum 8. August in
Rauenzell weilt, wie geplant fortsetzen zu können.
Schlimmer wog jedoch die
Tatsache, dass Hab und Gut der fast 100 Freizeitteilnehmer vom Regen komplett durchnässt
worden waren. Eine Großwäscherei aus dem benachbarten Herrieden trocknete noch in der
Nacht die Schlafsäcke der Kinder, am Mittwoch wurden dann die restlichen Habseligkeiten
auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Rauenzell verteilt, um bei strahlendem
Sonnenschein wieder zu Trocknen.
Einige Teilnehmer der Freizeit nutzten die
Gelegenheit auch, um den in der Nacht versäumten Schlaf in der leer geräumten
Fahrzeughalle auf notdürftig hergerichteten Betten nachzuholen. Andere machten sich
schon auf die Suche nach ihren Gepäckstücken und breiteten ihre Kleidung dann einzeln
zum Trocknen aus. an/be
Weitere Informationen sind über die Homepage der KjG unter www.kjg-hardheim.de zu
erfahren.
Fränkische Nachrichten
31. Juli 2008
KjG-Zeltlager in Rauenzell: Welle der Hilfsbereitschaft nach verheerendem Sturm






Helfende Bürger waren sofort zur Stelle - Nach dem Unwetter war sofort Hilfe da
Von unserem Redaktionsmitglied Fabian Greulich
Hardheim/Rauenzell. Zunächst geschockt, dann aber erleichtert, reagierten am Dienstagabend
viele Hardheimer auf die Nachricht, dass über dem Zeltlager der KjG ein verheerendes
Unwetter hereingebrochen war.
Denn so schnell, wie sich das heftige Gewitter über
dem Zeltplatz im fränkischen Rauenzell zusammengebraut hatte, so schnell war nach dem Sturm
auch Hilfe vor Ort. Die 77 Kinder und 29 Betreuer der KjG wurden Zeugen einer einmaligen
"Rettungsaktion", bei der nicht nur Hilfskräfte wie Freiwillige Feuerwehr und DRK sofort
zur Stelle waren, sondern auch die Bevölkerung.
Die FN telefonierten gestern mit
Marcus Wildner, verantwortlich für die Organisation der Logistik beim KjG-Zeltlager. Er
schilderte noch einmal die Geschehnisse in Rauenzell.
Kinder und Betreuer befanden
sich am Dienstag auf dem Zeltplatz und beschäftigten sich in Interessenskreisen.
"Am Nachmittag wurde der Himmel plötzlich immer dunkler und innerhalb weniger Minuten
brach der Sturm los. Es schüttete wie aus Eimern und Hagel prasselte auf uns herunter",
so Wildner.
Die Kinder habe man sofort in den großen und stabilen Zelten von Küche
und Lagerleitung in Sicherheit gebracht. Von dort aus mussten dann alle mitansehen, wie
der Sturm immer heftiger wurde und schließlich ein Gruppenzelt nach dem anderen aus der
Verankerung riss und über den Platz wehte.
Die Zelte hat es davon geweht
"Sieben Zelte hat es regelrecht davon geweht. Außerdem wurden zwei Pavillions völlig zerstört.
Das war schon heftig", schildert Marcus Wildner das Szenario. Als sich die dunklen Wolken
verzogen hatten, war prompt Hilfe vor Ort. Die Freiwilligen Feuerwehren von Rauenzell und
Herrieden waren ausgerückt und zum Zeltplatz geeilt. Sie sicherten den Lagerplatz und halfen
beim Umzug der Kinder ins nahegelegene Sportheim und später ins Gemeinschaftshaus von
Rauenzell, das sofort zur Verfügung gestellt wurde. DRK-Helfer aus Herrieden und Ansbach
waren ebenfalls zur Stelle und versorgten die Kinder mit Decken. Gleichzeitig wurden kleinere
Blessuren behandelt. Schwerere Verletzungen hat es zum Glück nicht gegeben.
Auch die Bevölkerung reagierte
Doch auch die Bevölkerung reagierte: Ein fremder Mann brachte 40 Decken, Frauen aus dem Ort
brachten Essen, Kleidung und Süßigkeiten. "Wir wussten gar nicht wie uns geschieht. Von
überall kam sofort Hilfe. Nach dem Unwetter waren wir losgefahren, um frische Wäsche für
die durchnässten Kinder zu holen, doch als wir eine Stunde später wieder im Lager waren,
hatten fast alle schon frische Kleider an. Die Leute aus dem Ort hatten dafür gesorgt",
so Wildner.
Wäschekörbeweise haben viele Bürger die Klamotten unserer Kinder mit
nach Hause genommen, gewaschen und getrocknet. Die Großwäscherei des Gabrieli-Heimes in
Herrieden sammelte alle Schlafsäcke ein und trocknete sie bis zum Abend. Der Rest wurde
einfach in die strahlende Sonne gelegt.
Pfarrer Lang eilte nach Rauenzell
In der Zwischenzeit hatten sich die
Verantwortlichen einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörung auf dem Zeltplatz
verschafft. "Mehrere Zelte waren völlig zerstört und nicht mehr verwendbar, andere konnten
wir mit Hilfe der Bevölkerung reparieren", so Wildner. Dennoch musste Ersatz beschafft
werden. Dafür sorgten Lothar Beger und Matthias Bechthold in Hardheim. Sie organisierten
Zelte bei DLRG und Bundeswehr, die noch in der Nacht in einem Lkw der Firma Eirich auf die
Reise nach Rauenzell geschickt wurden.
Dort verbrachten Kinder und Betreuer die
Nacht nach dem Unwetter im Gemeinschaftshaus. Moralische Unterstützung gab es hier auch
von Pfarrer Franz Lang, der sich spontan ins Auto gesetzt hatte und nach Rauenzell
gefahren war.
Am Mittwoch wurde der Lagerplatz wieder in Schuss gebracht. Landwirte
fuhren mit ihren Traktoren das gesamte Gepäck zurück zum Zeltplatz und das Lagerleben nahm
langsam aber sicher wieder Fahrt auf.
Betreuer atmeten durch
Am Abend atmeten vor allem die Betreuer der KjG Hardheim um die beiden Lagerleiter Lukas
Balles und Benedikt Böhme tief durch, denn es war geschafft und auf dem Areal wieder so
etwas wie Normalität eingekehrt. Auch die Betreuer hatten Großartiges geleistet.
"Die Kinder haben das Unwetter gut überstanden. Wir haben dafür gesorgt, dass sie so
wenig wie möglich von dem Stress mitbekommen haben und sie trotz allem immer gut
unterhalten. Letztlich hatten die Kinder höchstens Angst davor, dass wir das ganze Zeltlager
abbrechen und die Heimreise antreten müssen", verdeutlicht Wildner im gespräch mit den FN.
Doch dazu kam es glücklicherweise nicht. Großen Anteil daran hatte zweifellos die hilfsbereite
Bevölkerung von Rauenzell und Herrieden.
"Es ist unglaublich, was hier geschehen ist.
Wir haben in den letzten beiden Tagen so viel Hilfsbereitschaft erfahren, dass wir uns gar
nicht genug bei der Bevölkerung bedanken können. So etwas habe ich noch nicht erlebt -
und das ist mein 14. Zeltlager mit der KjG", so Marcus Wildner.
Als kleines Zeichen
des großen Dankes an alle Helfer veranstaltet die KjG Hardheim am Samstag auf dem Zeltplatz
ein großes Fest.
Fränkische Nachrichten
01. August 2008
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