"Ich will als Seelsorger für die Menschen da sein" Pfarrer Franz Lang ist seit 25 Jahren Priester

    Hardheim. 1983 wurde Franz Lang im Freiburger Münster durch Erzbischof Oskar Saier zum Priester geweiht. Seit 13 Jahren ist er Pfarrer von Hardheim. Vieles hat sich in dieser Zeit getan. Morgen feiert der beliebte Geistliche sein silbernes Priesterjubiläum.

    "Mein Primizspruch war im Grunde immer mein Programm", blickt der Geistliche im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten auf seinen bisherigen Berufs- und Lebensweg zurück. Dieser lautete: "Wir verkünden nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn, uns aber als Eure Diener um Jesu willen" (2 Kor 4,5).

    "Die Verkündigung war und ist ein Schwerpunkt meiner Arbeit", macht Pfarrer Lang deutlich. "Auch und speziell in der Predigt". Deshalb verwendet er sehr viel Zeit für die Vorbereitung seiner Ansprachen.

    "Außerdem möchte ich Diener sein, möchte mit meinen Grenzen und bescheidenen Fähigkeiten für die Menschen da sein", so der Geistliche. Mit ein Grund, warum er sich überhaupt für den Priesterberuf entschieden hat. Am wohlsten fühle er sich, wenn er wirklich Seelsorger sein könne. Aber das ist heutzutage oft ein Problem und aus Zeitgründen alles andere als einfach und leicht durchsetzbar. "Die Verwaltungsarbeit muss sicher auch sein. Sie nimmt aber sehr viel Zeit in Anspruch." Denn immerhin ist Pfarrer Lang Dienstvorgesetzter von rund 50 Angestellten in der Seelsorgeeinheit Hardheim. "Das entspricht einer kleinen Firma", wie er anmerkt.

    Überall soll der Pfarrer möglichst persönlich anwesend sein. Bei öffentlichen Veranstaltungen ebenso wie bei den zahlreichen Vereinen und Gruppen, denen er in vielen Fällen zugleich als Präses vorsteht. Hinzu kommen Verpflichtungen und Verantwortung für die kircheneigenen Gebäude und zahlreichen Kapellen in der Pfarrei und den neun angeschlossenen Pfarr- und Filialgemeinden. "Solange ich in Hardheim bin, gab es nie eine Zeit, in der nicht gebaut oder renoviert wurde", so das Resumee des Pfarrers. "Bei all diesen Aufgaben wirklich Seelsorger sein und sich für die Menschen Zeit nehmen zu können, ist schwierig, aber mein größtes Bestreben."

    Nahezu 200 Ministranten

    Die 13 Jahre bisher im Erftal seien für ihn sehr positiv gewesen, blickt der Geistliche zurück, dankbar, dass manche Dinge in dieser Zeit erfreulich gewachsen sind. "Stolz macht mich, dass wir trotz zurückgehender Kinderzahlen nahezu 200 Ministranten haben. In Hardheim selbst waren es bei meinem Amtsantritt 40, jetzt sind es 110". Ebenso positiv habe sich die Familienarbeit entwickelt. Diese Bereiche versucht der Pfarrer auch nach besten Kräften zu fördern. "Sorge macht mir die stark rückläufige Zahl der Gottesdienstbesucher. Auch die Jugendarbeit an sich ist ein schwieriges Feld." Denn die Jugendlichen zeigen - teilweise zumindest und mit Ausnahme der kirchlichen Jugendgruppen - wenig Interesse an den Angeboten.

    Wichtig ist es für Pfarrer Lang, "am Leben der Menschen teilzunehmen und teilzuhaben." Am Leben des Einzelnen persönlich, meint er damit, nicht in Form seiner Präsenz auf jedem Fest beispielsweise.

    Umgekehrt macht er aus seinem Leben kein Geheimnis und lässt die Menschen auch an seinem Leben teilhaben: "Denn ich bin nicht nur Pfarrer von Hardheim, ich bin auch einfach einer von knapp 7000 Katholiken dieser Seelsorgeeinheit."

    Der engagierte Priester versteht es, die Menschen zu erreichen. Er spricht ihre Sprache, trifft ihr Gefühl. Nicht nur in seinen ideenreichen Beiträgen und Reden in Fastnachts- und sonstigen Veranstaltungen.

    Er ist, wie der Blick auf den Lebenslauf zeigt, schon oft umgezogen. "Aber man kann an allen Orten im Sinne Jesu Christi etwas bewegen."

    Pfarrer Franz Lang wurde 1956 in Dachau geboren. Er ging unter anderem in Malsch zur Schule und studierte 1976 bis 1981 an den Universitäten Freiburg und München Theologie und Philosophie. 1982 wurde er in St. Peter zum Diakon geweiht. Es folgten ein pastorales Jahr in Pforzheim, die Priesterweihe am 15. Mai 1983 und Kaplansjahre in Karlsruhe. Bevor er ins Erftal versetzt wurde, war Franz Lang von 1985 bis 1995 Pfarrer in Konstanz-Wollmatingen. i.E.

    Fränkische Nachrichten 21. Juni 2008