Pfarrgemeinderatsitzung: Umfangreiche Vorbereitung der Firmlinge

    Wegkreuz wird dieses Jahr 400 Jahre alt

    Hardheim. "Sie legten ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist, denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen." Mit dieser Lesung aus der Apostelgeschichte eröffnete der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Lothar Leiblein, die Sitzung, in deren Mittelpunkt der von der Gemeindereferentin Uschi Butterweck vorgetragene Erfahrungsbericht über die Firmvorbereitung stand.

    Sie verglich die Treffen der Firmanden mit einem Weg, der im September 2007 begonnen hatte. 151 Jugendliche waren angeschrieben worden, 120 hatten sich angemeldet und 115 haben die Vorbereitung fast abgeschlossen und werden am 4. und 5. Juli von Domkapitular Möhrle in Hardheim und Bretzingen gefirmt.

    20 Projektleiter und 26 Firmbegleiter hatten sich mit den Firmanden auf den Weg gemacht und etwa 100 Helfer standen den Verantwortlichen zur Seite. Es gab zahlreiche Treffpunkte, die teilweise verbindlich zu absolvieren waren, aber auch solche, die man selbst bestimmen konnte. In jedes Projekt erfolgte eine Einführung, ein praktischer Teil und die Abschlussreflexion. Orte, wo die Jugendlichen eigene Erfahrungen sammeln konnten, waren beispielsweise die Pflegeheime, das Altenwerk, die Chrisammesse, die Gottesdienstvorbereitung und anderes.

    Eine besondere Bedeutung maß die Gemeindereferentin dem gemeinsamen Firmlager des Dekanates zu. Besonders die Elemente der Erlebnispädagogik hätten den Jugendlichen sichtbar Spaß gemacht. Verpflichtend ist die Teilnahme am Versöhnungstag, an dem sich die Jugendlichen mit den Steinen in ihrem eigenen Lebensweg befassen und zu einem Gespräch mit einem Geistlichen eingeladen sind, das in ein Beichtgespräch einmünden kann.

    Am 28. Juni ab 15.30 Uhr findet an der Lindenmühle ein kleines Fest statt. Es beginnt mit einem Gottesdienst und der Einweihung des Kreuzes, das mit den Steinen der Versöhnungsfeier gefüllt ist. Für die Jugendlichen, welche sich mit der Deportation der Juden befasst haben, findet nach der Firmung noch ein Termin statt: Die Einweihung des Denkmales in Neckarelz am 19. Oktober, wo auch die Hardheimer ihren Gedenkstein wieder finden können.

    Unter dem Punkt "Formen der Liturgie" kam Pfarrer Lang darauf zu sprechen, dass man zurzeit einige traditionelle Gottesdienstformen überdenke. So ist der Arbeitskreis Liturgie damit beschäftigt, Alternativen für den Totenrosenkranz zu entwerfen. Ferner beobachte er, dass zur Flurprozession nur noch ältere Gläubige kommen. Ebenso bedenkenswert sei es, dass die Anbetungstage, wie die "Ewige Anbetung" das "Fastentriduum" und "der Würzburger Bettag" nur einen schwachen Besuch aufweisen. Zurzeit würden auch Beter gesucht, die in der Nacht vom Gründonnerstag auf Karfreitag verlässlich das Wachen und Beten übernehmen.

    Während alte Formen an Attraktivität verlieren, müssten neue Formen gefunden werden, die dem Wandel des Liturgieverständnisses entgegenkommen. Pfarrer Lang bat darum, das Ohr beim Volk zu haben und für neuere Zugänge zur Liturgie offen zu sein.

    Zwei Jubiläen stehen an der Josefskapelle an. Das Wegkreuz neben der Josefskapelle wird in diesem Jahr 400 Jahre alt. Es ist als Wegweiser nach Walldürn und nach Amorbach errichtet. Die Josefskapelle selbst ist 290 Jahre alt. 1718 hat der Abt von Amorbach sie errichtet. 1980 wurde sie von der Kolpingsfamilie außen renoviert und 2001 durch einen Spender innen saniert. Mit einem Gottesdienst soll dieses Jubiläum begangen werden.

    Seit Jahrzehnten wird die Kapelle von Karl und Emma Henn mit viel Engagement betreut. Pfarrer Lang dankte der Familie Henn. Aus Altersgründen will das Ehepaar jetzt die Sorge um die Kapelle in jüngere Hände legen. Die Kapelle ist Tag und Nacht offen. Doch sie bedarf eines bescheidenen Schmuckes und muss sauber gehalten werden. Vom Jugendausschuss berichtete Uschi Butterweck, dass bisher drei Gottesdienste geplant und durchgeführt wurden. "Die andere Christmette" mit dem Friedenslicht aus Bethlehem, die Auferstehungsfeier am Ostermorgen und einen Gottesdienst , den der "Lebensbaum" und die Ministranten gestalteten. Der Besuch ist jeweils gut, weil jüngere Erwachsene sich hier zuhause fühlten. Pfarrer Lang regte an, diese in die Vorbereitung mit einzubeziehen. Folgende Termine der Pfarrgemeinde stehen in der nächsten Zeit an: 31. Mai Kindergartenfest des Kindergartens St. Franziskus in der Aula des Walter-Hohmann-Schulzentrums ab 14. Uhr; 1. Juni "Goldenes Priesterjubiläum" von Pfarrer Hubert Seitz. Anschließend Vortrag von Generalvikar Dr. Fridolin Keck über die Situation in der Erzdiözese Freiburg und in der Seelsorgeeinheit Hardheim; 22. Juni Patrozinium St. Alban mit Feier des "Silbernen Priesterjubiläums" von Pfarrer Franz Lang mit Festgottesdienst, bei dem der neue Dekan Johannes Balbach die Predigt halten wird; 15. Juli ökumenischer Stammtisch des katholischen Pfarrgemeinderates mit dem evangelischen Kirchengemeinderat im "Badischen Hof". fgr

    Fränkische Nachrichten 30. Mai 2008