Singkreis feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen: Hartes Proben- und Aufnahmewochenende

    Live-CD zum Jubiläum von "Lebensbaum"

    Von unserem Mitarbeiter Ralf Scherer

    Hardheim. Wer am vergangenen Samstag rund um das Hardheimer Schloss spazieren ging, war vermutlich einigermaßen überrascht: Gleich aus mehreren Ecken erklang bei herrlichem Sonnenschein aus den geöffneten Fenstern der erfrischende Klang modernen geistlichen Liedgutes.

    Denn zum Auftakt des Jubiläumsjahres startete der Singkreis "Lebensbaum" mit einem gemeinsamen Probenwochenende und der sich daran anschließenden Aufnahme einer Live-CD.

    Was eigentlich der puren Raumnot geschuldet war, wurde so für manchen Spaziergänger beinahe zu einem mehrstimmigen Konzert. Mussten doch sowohl die Band als auch die Frauen- und Männerstimmen jeweils an getrennten Orten proben.

    Begonnen hatte das Probenwochenende bereits am Abend zuvor mit einer gemeinsamen Besprechung der einzelnen Projektgruppen im katholischen Pfarrheim zur Vorbereitung des 25-Jahr-Jubiläums. Im Rahmen dieser Vorbereitungen entstand bereits vor knapp einem halben Jahr die Idee, erneut eine CD mit aktuellem Liedgut aufzunehmen, nachdem die Mitglieder des Singkreises "Lebensbaum" bereits 1993 zum zehnjährigen Bestehen einen Tonträger in Studioqualität aufgenommen hatten.

    "Im Vordergrund soll diesmal jedoch der Live-Charakter stehen", so Chorleiterin Jutta Biller im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

    "Die Aufnahme soll wiedergeben, wie wir auch bei unseren Auftritten wirken", bestätigt auch Eric Bachmann, der zusammen mit seiner Frau Eva die zahlreichen Aktivitäten des "Lebensbaum" koordiniert. Vor der Aufnahme stand für die derzeit knapp 30 Mitglieder des bekannten Singkreises im Alter von 14 bis 46 Jahren jedoch zunächst eines im Vordergrund: nämlich Proben, Proben und nochmals Proben.

    Denn auch für die geübten Musiker und Sänger, lässt sich solch eine CD nicht einfach mal so aus dem Ärmel schütteln. Und damit die nötige Perfektion dann auch bei einer Live-Aufzeichnung nicht fehlt, dafür sorgt stets die engagierte Chorleiterin Jutta Biller.

    Was die einzelnen Gruppen äußerst kreativ und zuweilen unter Einsatz modernster Technik vorbereiten, wird schließlich von ihr zu einem perfekten Ensemble zusammengeführt. Gilt es doch den jeweiligen Rhythmus, die Schnelligkeit der einzelnen Stimmen und die Band zu harmonisieren.

    "Ihr müsst mit den Noten in der Hand zittern vor Spannung", fordert Jutta Biller ihre Schützlinge schon mal dazu auf, eine Dissonanz auch hart anzusingen und dabei "Gott zu fordern". Dabei steigerte die Chorleiterin im Verlauf des Probentages nach und nach den Schwierigkeitsgrad.

    Nach den relativ einfach einzustudierenden, einstimmigen Liedern zum "Warmsingen" folgten schnell das mehrsprachige "Santo" oder "Bolingo Bwazambe", ein heiteres und zugleich mitreißendes Stück in der afrikanischen Sprache Lingala. Lediglich durch kurze Pausen unterbrochen, probten sich die Mitglieder von "Lebensbaum" so Schritt für Schritt bis spät in den Abend Richtung Aufnahme. Wobei selbst am Ende der Proben noch gar nicht abschließend geklärt war, welche Songs es denn am nächsten Tag tatsächlich auf die CD schaffen. Am Sonntag wurde es ernst

    Pünktlich am Sonntagmorgen wurde es dann im katholischen Pfarrheim wieder ernst, nachdem Aufnahmeleiter Volker Kremser von "Maranatha" (Buchen) seine Technik installiert hatte und Einsatzbereitschaft meldete. Dass Probe und Aufnahme doch zwei Paar Stiefel sind, war zu Beginn der Aufnahmen allen Beteiligten anzumerken. So hatte Chorleiterin Jutta Biller zunächst alle Hände voll zu tun, die Nervosität abzubauen und kleinere, aber hörbare Fehlerquellen zu korrigieren.

    Auch der ehrgeizige Zeitplan schien frühzeitig etwas aus den Fugen zu geraten. Doch nach und nach liefen Band und Sänger zu Höchstform auf.

    Und so stand am Ende eines langen Proben- und Aufnahmewochenendes schließlich eine absolut hörenswerte Live-CD, die in Kürze über den Singkreis "Lebensbaum" bezogen werden kann.

    Fränkische Nachrichten 20. Februar 2008