Sprache fördern nützt den Kindern

    Vortragsabend im Kindergarten St. Franziskus: Johanna Leiblein gab wichtige Tipps

    Hardheim. Die Sprachentwicklung ist ein elementarer Bestandteil der Gesamtentwicklung jedes Kindes. Aus diesem Grunde veranstaltete der Kindergarten St. Franziskus einen Elternabend zum Thema Sprachförderung. Das Interesse von Müttern und Vätern daran war groß.

    "Die normale Sprachentwicklung wird an so genannten Grenzsteinen für ein bis fünf Jahre gemessen," referierte Johanna Leiblein. Die Sprachheilpädagogin arbeitet an der Schule für Sprachbehinderte in Buchen und der angegliederten Beratungsstelle für sprachauffällige Kinder und Jugendliche.

    Nach einem Jahr sollte das Kind Silben verdoppeln können: "Mama" oder "dada". Nach zwei Jahren gehören Ein- und Zweiwortsätze zum normalen Repertoire. Mit drei Jahren dürfe man beim Kind Drei- oder Mehrwortsätze erwarten. Das Kind unterscheide zwischen ich und du, könne Laute wie r, sch, s, x und z aussprechen. Nach vier Jahren sollte das Kind die einfache Satzreihung beherrschen, die W-Fragen stellen und die Laute ch, ng, fr und schp artikulieren können. Nach fünf Jahren sei die Sprachentwicklung in Grundzügen abgeschlossen: Die Aussprache sollte fehlerfrei sein, die einfache Grammatik beherrscht werden.

    "Das mit den Grenzsteinen darf man aber nicht zu schematisch sehen", beruhigte die erfahrenen Sprachheilpädagogin Eltern, die Defizite ihrer Kinder zu erkennen glaubten. "Manche Kinder sind einfach Spätentwickler. Und dann wird doch noch alles gut", riet die Referentin zum genauen Abwägen zwischen Besorgnis und Gelassenheit.

    "Es gibt viele Sprachstörungen." Leiblein nannte die wichtigsten: Lautbildungsfehler, Wort- und Satzbildungsfehler, Stottern, Poltern und Näseln. Manche diese Störungen hätten körperliche Ursachen wie eine falsche Zahnstellung oder die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, die operiert werden sollte.

    Manches Problem wie Lispeln löse sich möglicherweise mit den zweiten Zähnen. "Vor vier Jahren sollte man nicht mit der Logopädie beginnen", riet Leiblein und wies auf die Beratungsstelle für sprachauffällige Kinder in Buchen (Telefon 0 62 81 / 55 65 76.

    Als Anerkennung für die umfassenden Informationen überreichte der Elternbeiratsvorsitzende Leo Mayerhöfer der Referentin einen Blumenstrauß und warb für die nächsten Veranstaltungen: Mittwochs um 9 Uhr findet am 5. März und am 30. April ein Elternfrühstück statt. Dabei geht es um Frühlingsbasteln und Ausflugstipps. Für Juni ist ein Elternabend geplant zum Thema "Wie schütze ich mein Kind vor sexuellem Missbrauch?"

    Fränkische Nachrichten
    20. Februar 2008