Fastentriduum in Hardheim: Thema "Ihr seid meine Zeugen"

    Leben und Wirken von Heiligen im Mittelpunkt

    Von unserem Redaktionsmitglied Ingrid Eirich-Schaab

    Hardheim. Das Fastentriduum steht in diesem Jahr unter dem Motto "Ihr seid meine Zeugen". Die Predigten beschäftigen sich mit dem Leben und Wirken von Heiligen. Am Donnerstag, 7. Februar,wird Franz von Assisi im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen, am Freitag, 8. Februar, Theresa von Avila und am Samstag, 9. Februar, der Selige Liborius Wagner. Die Gebetstage beginnen jeweils um 16 Uhr mit Betstunden.

    Über den Ursprung des Fastnachtstriduums ist wenig bekannt. Es ist davon auszugehen, dass die Gebetstage von Dr. Thomas Nörber eingeführt worden sind, der von 1882 bis 1889 in Hardheim Pfarrverweser war. Fabrikant Joseph Eirich schrieb in seinen "Erinnerungen" über die Amtszeit von Pfarrverweser Nörber: "Manch Althergebrachtes wurde sehr bald abgeschafft und an viel Ungewohntes mussten sich die Erwachsenen, besonders aber die jungen Leute, oft mit Widerwillen, gewöhnen.

    Tanzveranstaltungen und Vereinsbälle wurden kaum noch geduldet und den betreffenden Veranstaltern peinlich übel genommen. Das vordem in Hardheim beliebte und fleißig geübte Fastnachtstreiben wurde nahezu ganz ausgerottet, was manchen Missmut und Unwillen bei den jungen Leuten erregte".

    Über die Abhaltung des Triduums ist genauestens Buch geführt worden. Die ersten Einträge dieses "Protokollbuches" stammen aus dem Jahr 1897. Josef Heck (1939 bis 1972 Pfarrer von Hardheim) sprach üblicherweise von einer "100-jährigen Tradition", an der er eisern festhielt.

    Triduum um vier Tage verschoben

    Erst unter Pfarrer Johann Schäfer (1972 bis 1995 Pfarrer von Hardheim wurden die Regelungen Ende der 1970er/Anfang der 80er Jahre gelockert und variabler gehandhabt und die kirchliche Tradition mit dem bürgerlichen Gemeindeleben in Einklang gebracht. Dabei wurde nicht auf das Triduum verzichtet, dieses aber um vier Tage verschoben, so dass es heute am Donnerstag nach Aschermittwoch beginnt. Hand in Hand mit dieser Verlegung erfolgte die Namensänderung von Fastnachtstriduum in Fastentriduum.

    Vertiefung des Glaubens

    Auch inhaltlich erfuhren die Gebetstage damit eine Korrektur: Ursprünglich stand der Sühnecharakter sehr stark im Vordergrund. Es sollten durch Gebet, Reue und Buße Verfehlungen gesühnt werden. Angesichts des Termines wurde allerdings bald der Sühnegedanke auf die Fastnachtstage zugespitzt.

    Durch die Verlegung des Triduums auf die Zeit nach Aschermittwoch blieb zwar nach wie vor der Sühnegedanke erhalten, aber der inhaltliche Schwerpunkt der Gebetstage orientierte sich in Richtung Vertiefung und besseres Kennenlernen des Glaubens. Der Auftakt der Fastenzeit wurde aufgewertet und intensiviert.

    Fränkische Nachrichten
    7. Februar 2008