Besinnungsmorgen für Männer: Siegfried Heilmann referierte in Hardheim
Blick auf das Leben vorbildlicher Christen
Hardheim. Der Besinnungsmorgen, zu dem sich die Männer der Seelsorgeeinheiten
Hardheim-Höpfingen-Walldürn im Hardheimer Pfarrheim trafen, war gut besucht. Referent war
Siegfried Heilmann, der 22 Jahre lang als Rektor die Grund- und Hauptschule Hardheim
leitete. Heilmann stellt eingangs die Frage, woran man einen vorbildhaften Christen
erkenne. Eine Karikatur verdeutlichte, wie schwer es den Menschen fällt, christlichen
Glauben, Leben und Handeln in Übereinstimmung zu bringen.
In den Seligpreisungen der Bergpredigt habe Jesus den Christen den Weg gewiesen,
doch nur wenige hätten die Kraft, sie in ihr Leben zu integrieren. Als einen, dem das
geglückt sei, nannte Heilmann Willi Graf, der zur Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gehörte
und mit den Geschwistern Scholl zum Tode verurteilt wurde.
Ausführlich schilderte Heilmann Grafs Kinder- und Jugendzeit, wobei die katholischen
Jugendbünde eine große Rolle für dessen geistige Entwicklung und die Schulung seines
Gewissens spielten. 1940 durch eine Generalamnestie der Verurteilung entkommen, habe der
Medizinstudent und Sanitäter an der Front klar erkannt, dass Hitler ein verbrecherisches
System legalisierte, das Volk belog und unschuldige Menschen in den Tod führte.
Das vierte Flugblatt wurde ihm und den Anhängern der "Weißen Rose" zum Verhängnis.
Erschütternd war der Brief von Willi Graf, den er dem Gefängnis-Seelsorger diktierte:
Als 25-Jähriger wurde er vom Volksgerichthof verurteilt und hingerichtet. Grafs Schwester
Anneliese überlebte. Mit ihr hatte Heilmann persönliche Begegnungen, die einen tiefen
Eindruck hinterlassen haben.
Die zweite vorbildliche Gestalt, die der Referent
vorstellte, war der einfache österreichische Bauer Franz Jägerstätter, der in St.
Radegund zuhause war. Er bewirtschaftete einen Hof und hatte Frau und drei Töchter.
Die Verhaftungen von acht Priestern durch die Nazis und das Studium der Bibel bestätigten
in ihm das Wissen, dass Hitler ein verbrecherisches System aufbaute, für dessen Ziele er
nicht kämpfen wollte. Von 1940 bis 1941 war er Soldat der deutschen Wehrmacht, kam dann
nach Hause und wehrte sich gegen eine erneute Einberufung.
Seine Devise "Man muss
Gott und seinem Gewissen mehr gehorchen, als den Menschen" musste er gegenüber den eigenen
Verwandten und den geistlichen Oberhäupter verteidigen. Er bat mehrmals, in den
Sanitätsdienst versetzt zu werden, was ihm nicht gestattet wurde.
Zahlreiche Briefe aus dem Gefängnis an seine Frau, die immer zu ihm hielt, konnte
Heilmann den Männern vorstellen. Am 9. August 1943 erging in Brandenburg das Todesurteil
durch den Volksgerichtshof. Am 26. Oktober 2007 wurde Franz Jägerstätter selig gesprochen.
Seine Frau war bei der Seligsprechung im Dom zu Linz dabei.
Heilmann schloss seinen
Vortrag mit der Feststellung: "Es geht darum, im eigenen Lebenskreis für Gerechtigkeit
und Frieden einzutreten, Gott und den Menschen zu lieben." fgr
Fränkische Nachrichten
06. März 2008
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