Konzert mit Jonathan Böttcher, Bärbel Kunz und dem Projektchor
Wunderbare Atmosphäre gezaubert
Hardheim. Zu einem Genuss und Erlebnis für die zahlreichen Besucher
wurde der Auftritt des Liedermachers und Songpoeten Jonathan Böttcher.
Zusammen mit seiner Partnerin Bärbel Kunz und dem überzeugenden Projektchor
der Seelsorgeeinheit Hardheim unter Leitung von Lothar Beger bot er in der
katholischen Pfarrkirche St. Alban in Hardheim am Sonntag ein unvergessliches
Konzert.
Böttcher und Kunz verstanden es, gemeinsam mit den in der Mehrheit jungen
Leuten des Projektchores eine wunderbare Atmosphäre zu zaubern. Solisten und
Chor wurden bei ihren gemeinsamen Auftritten immer wieder zu einem homogenen
und harmonischen Ganzen, sorgten für ungetrübten Konzertgenuss und ließen
dabei auch deutlich werden, wie das Leben mit Sinn gefüllt und zudem genossen
werden kann.
Die Besucher waren angetan von den Texten der Lieder zu
Themen wie Glück, Lebensgenuss und Lebensgestaltung. Dabei überzeugte
Jonathan Böttcher sowohl mit seiner souveränen Persönlichkeit als auch mit
seiner künstlerischen Gestaltungskraft und seiner wohl klingenden, klaren
Stimme. Faszinierend waren des Weiteren sein virtuoses Gitarrenspiel und
seine imponierenden instrumentalen Überleitungen. Seine Texte und Lieder
kamen an und erreichten das aufmerksam und gebannt lauschende Publikum.
Bärbel Kunz überzeugte bei ihrer Moderation der größtenteils von ihr
zitierten Texte mit ihrer klaren Stimme sowie mit ihrer gekonnten
Artikulation. Zudem begleitete sie Jonathan Böttcher als Sängerin,
wenn der Chor Pause hatte.
Das Programm des Abends gestalteten
die Mitwirkenden mit Liedern und Texten aus Jonathan Böttchers Liederzyklus
"Alles hat seine Zeit", aus dem eigens eine Mehrzahl der Lieder von David
Plüss für einen modernen Chor arrangiert wurden. Und einen solchen stellte
der vollauf überzeugende Projektchor der Seelsorgeeinheit Hardheim dar.
Etwas überrascht waren die Besucher zu hören, dass die modern klingenden
Weisheiten der Lieder aus dem Alten Testament stammten und dem Buch
Kohelet oder Der Prediger entnommen waren. Es wird die Ansicht vertreten,
dass kein anderer Text in der Bibel die Frage nach dem Gelingen des Lebens
so eindrucksvoll, nachdenklich und nachhaltig stellt. So modern klingend
wie die Texte waren auch die Melodien. Die in den Liedern angesprochenen
Themen wurden jeweils vorher von Bärbel Kunz moderiert und von Jonathan
Böttcher ergänzt.
Den Besuchern galt zu Beginn des Abends die
Empfehlung, ihr Herz "froh und glücklich" sein zu lassen. Danach ließ
Bärbel Kunz vor jedem musikalischen und gesanglichen Beitrag jeweils
Gedanken zu Weisheiten Salomos aus dem Buch "Der Prediger Kohelet"
folgen. Denn dieser habe, so Kunz, außerordentlich viel zur Gestaltung
des Lebens zu sagen.Es lohne sich, eine Reise durch Kohelets Gedankenwelt
zu unternehmen, wobei gemäß dem Wunsch der Moderatorin wohltuende
Erkenntnisse entstehen mögen. So schloss sich am Anfang der verbalen
Aufforderung "Tue, was du tust mit Herz" die adäquate gesangliche
Gestaltung in Klangfarben an. Danach befassten sich Texte und Lieder
mit Gedanken und Meditationen und der jeweils damit verbundenen
musikalisch poetischen Aufforderung, das Leben zu genießen und mit
Sinn zu füllen.
Es folgte unter anderem die Aufforderung
"Glaube an den Tag, denn die Hoffnung breitet ihre Schwingen aus
und lädt im Vertrauen auf Gott zu Höhenflügen ein". Diesen Gedanken
folgte dann jeweils in musikalisch und gesanglich abwechslungsreicher
Gestaltung durch Bärbel Kunz oder Jonathan Böttcher die Überleitung
zu den Auftritten des Chores, der diese souverän bewältigte.
Jonathan Böttcher interpretierte das Wunder bei der Hochzeit von
Kanaan damit, dass aus dem Alltäglichen immer wieder auch etwas
Besonderes werden könne.
Freude bereiteten Solisten und Chor
im weiteren Verlauf des Konzerts auch mit dem Titel "Wasser und Wein,
Freude und Leid". Positive Lebensperspektiven eröffeneten sich den
Zuhörern auch in Verbindung mit der Aufforderung, das Leben zu
träumen, den Traum mit anderen Menschen zu träumen und den Traum
zu leben.
Es folgte auch die Empfehlung, das Leben nicht
allein, sondern gemeinsam zu verbringen. Denn die Liebe mache etwas
aus dem Leben und wenn einer falle, helfe ihm der andere. Dieser
Erkenntnis wurde in dem Lied "Du, ja du, dich meine ich" Rechnung
getragen. Dann wurden die Besucher mit Texten und dem Lied "Bedenke
du heut, alles hat seine Zeit" mit gängiger Melodie daran erinnert,
dass alles unter dem Himmel seine Zeit hat.
Empfohlen wurde in
rührenden Texten, daran zu denken, dass alles Gottes geschenkte Zeit
sei und entsprechend zu handeln sei. Doch andererseits gelte es auch
daran zu denken, dass es keinen "Fahrstuhl zum Glück" gebe. "Nimm Dir
Zeit und gehe Deinen eigenen Weg - lasse Dein Herz froh und
glücklich sein", wurde den Zuhörern geraten.
Mit all ihren
Liedern und Melodien begeisterten die Mitwirkenden ihr Publikum.
Dies dokumentierte besonders der stehend gespendete, lang anhaltende
Beifall.
Lothar Beger betonte in seinen Schlussworten, dass die Zeit für das
Konzert reif war und nach den spannenden Vorbereitungen nach dem Konzert
die notwendige Entspannung folge. Er bedankte sich bei Jonathan
Böttcher und Bärbel Kunz mit einer "entspannenden" Erinnerungsgabe und
dankte allen Mitwirkenden des Chores für ihr Engagement.
Ihm selbst wurde Dank und Anerkennung für sein Engagement durch
Wolfgang Weniger übermittelt, ehe der großartige Abend mit jeweils
einer Zugabe sein Ende fand. Er wird bei den Zuhörern zweifellos noch
lange nachwirken. Z
Fränkische Nachrichten
20. November 2007
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