kfd Hardheim feiert Jubiläum
90-jähriges Bestehen
Hardheim. Die katholische Frauengemeinschaft Hardheim wird, wie auch der
Diözesanverband in diesem Jahr 90 Jahre alt und wird diesem Ereignis mit
einer Feier am Donnerstag, 25. Oktober, in gebührender Form Rechnung tragen.
Das "Jubiläumsfest" beginnt um 19 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche.
Um 20 Uhr schließt sich eine Feierstunde im Pfarrheim an.
Mit ihrem
vielfältigen Wirken ist die kfd aus dem Leben der Pfarrgemeinde St. Alban
nicht mehr wegzudenken. Die Frauengemeinschaft ist ein kirchlicher
Frauenverband. Lebendiger Glaube und gemeinsames Gebet waren von Anfang an
tragende Säulen für die Gemeinschaft. So wirkt sie auch auf örtlicher Ebene
weiterhin als Glaubens-, Gebets und Opfergemeinschaft.
Darüber
hinaus hat sich die katholische Frauengemeinschaft in verschiedensten
Bereichen den Erfordernissen der Zeit angepasst. Sie engagiert sich für
soziale Belange und wartet im Verlauf eines jeden Vereinsjahres mit
Themenangeboten aus verschiedensten Bereichen des Lebens auf. z
© Fränkische Nachrichten - 20. September 2007
Der kfd sind viele bewährte Einrichtungen zu verdanken
Katholische Frauengemeinschaft feiert ihr 90-jähriges Bestehen /
Hilfen für Frauen in Kirche, Welt, Gesellschaft, Ehe und Familie
Hardheim. Bei ihrer Gründung im Jahr 1917 schloss sich die katholische
Frauengemeinschaft Hardheim den Interessen und Zielen der im Mai 1850
in Lille in Nordfrankreich ins Leben gerufenen Gruppierung an. Dort
hatten sich einige Mütter zusammengefunden, die sich verbunden wussten
in der Sorge um ein religiöses Ehe und Familienleben. Sie beschlossen,
öfter zusammenzukommen und mit- und füreinander zu beten um die Gnade
einer guten Kindererziehung und um den Segen für ihre Kinder und ihre
ganze Familie.
Diese Gemeinschaft war kein Verein im üblichen Sinn,
sondern eher eine Glaubens-, Gebets und Opfergemeinschaft gleich gesinnter
Frauen und Mütter. Sie sahen ihre Verantwortung vor Gott und im Hinblick
auf die Liebe zu ihrer Familie.
1860 führte Bischof W. E. von Ketteler
in Mainz den Mütterverein in Deutschland ein. Ein Jahr später wurde an der
Münsterpfarrei in Freiburg die erste Müttergemeinschaft der Erzdiözese
gegründet. Daran schloss sich die Gründung einer Vielzahl weiterer
Gemeinschaften an.
Nach dem zweiten Weltkrieg kamen neue
Aufgaben in Kirche und Gesellschaft auf die Frauen zu. Die Glaubens-
und Gebetsgemeinschaft weitete sich aus zu einer Arbeits-, Bildungs-
und Lebensgemeinschaft. In dieser ließen sich alle an den Zielen der
Gemeinschaft interessierten Frauen gegenseitig Hilfe zukommen und
suchten aus christlicher Verantwortung heraus gemeinsam nach Antworten
auf die Fragen und Sorgen des Lebens.
Die Erzbruderschaft
Christlicher Mütter wurde in Pfarrei St. Alban in Hardheim am
30. März 1917 vom damaligen Pfarrer Stephan errichtet. Die Mitglieder
trafen sich in der Folgezeit in großer Regelmäßigkeit zu Gebet und zu
Veranstaltungen. Die Betonung der Arbeit und Aktivität im
innerkirchlichen Bereich verhinderten die Auflösung und das Verbot
durch die Machthaber des Dritten Reiches. So konnte die
Frauengemeinschaft nach dem 2. Weltkrieg mit Genehmigung der
Besatzungsmächte ihre Arbeit schnell wieder aufnehmen.
Die Verantwortlichen auf Bundes- und Diözesanebene sahen die
Notwendigkeit der Hilfe für Frauen in Kirche, Welt, Gesellschaft,
Beruf, Ehe und Familie. In Hardheim widmete man sich unverzüglich
diesen Aufgaben. Die örtlichen Angebote wurden von Erna Fieger initiiert
und realisiert.
Bis in das Jahr 1954 war das Interesse an
der Gemeinschaft so sehr gestiegen, dass die Mitgliederzahl in Hardheim
auf 423 Frauen anwuchs. Erna Fieger übernahm das neue Amt der
Dekanatsvorsitzenden. Von ihren Einsichten, Erkenntnissen und Angeboten,
die aus ihrer Beteiligung an überörtlichen Veranstaltungen bis hin zu
Diözesantagungen resultierten, profitierte die örtliche Gemeinschaft
nachdrücklich.
Veranstaltungen und Bildungsangeboten mit kompetenten
und profilierten Referenten wurde reges Interesse entgegengebracht und
manche Persönlichkeiten aus dem Bereich theologischer wie profaner
Wissenschaften waren in Hardheim zu Gast. Das breite Spektrum von
Bildungsangeboten wies Teilnehmerzahlen auf, die Veranstalter heute
noch neidisch machen können. So gab es damals höchst erfolgreiche
Vortragsreihen zur Ehevorbereitung mit rund 500 Teilnehmern. An einer
Serie über Erziehungsfragen beteiligten sich 120 bis 150 Interessenten.
Säuglingspflegekurse und Kochkurse der Fahrbaren Mütterschule waren
wiederholt bestens belegt.
Darüber hinaus zeichnete die
Gemeinschaft für die Anfänge der Altenfeier verantwortlich, auf
ihre Initiative gingen die Einrichtung der Dorfhelferinnenstation
zurück, die jährliche Buchausstellung und auch die Sonntagsdienste
von Mädchen im Hardheimer Krankenhaus.
Im einstiegen Mütterverein,
der später in Katholische Frauengemeinschaft umbenannt wurde, war man
aufgeschlossen für die verschiedensten Themen und erkannte, wo Bedarf
bestand.
Gehalten haben sich manche der örtlichen Angebote bis
zum heutigen Tag. Wallfahrten und Ausflüge gehören zu diesen. Doch neue
sind dazu gekommen. So werden bei den Hardheimer Märkten Kaffeenachmittage
im Pfarrheim von der Bevölkerung dankbar angenommen. Der Reingewinn eröffnet
den Frauen finanzielle Unterstützung verschiedener Instanzen und Projekte.
Die monatlichen Zusammenkünfte weisen interessante Themen auf. Zu einer
festen Einrichtung sind die mit den evangelischen Frauen alljährlich
gemeinsam gestalteten Weltgebetstage geworden. Gebührend zu feiern
versteht die Katholische Frauengemeinschaft auch, wie die für alle
Mädchen und Frauen offene Frauenfasnacht immer wieder aufs Neue dokumentiert.
Soziale Einstellung bekundet wird durch das Bemühen um Hilfe für Frauen in
allen denkbaren Nöten und Konfliktsituationen. Unterstützt wird die
Kinderhilfe Bethlehem. Der pluralistischen Gesellschaft soll die
Vielfältigkeit der Angebote bei der Frauengemeinschaft entsprechen.
Die kfd erhofft sich auch künftig Resonanz auf ihre Angebote bei den Frauen.
Die Veranstaltungen sind offen für alle. Den Teilnehmerinnen sollen sowohl
Begegnung und Gemeinschaft, Freude und Ermutigung sowie notwendige Hilfe
geboten werden für die Aufgaben als Frauen in Familie, Beruf, Kirche und
Gesellschaft. z
Fränkische Nachrichten
20. September 2007
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