"Altenpflege ist ein wichtiger Aspekt unserer Politik"
Ministerin Dr. Monika Stolz und Minister Peter Hauk begannen ihre Kreisbereisung in der Senioren-Tagespflege in Hardheim
Von unserem Redaktionsmitglied Ingrid Eirich-Schaab
Hardheim. Über die wichtige und segensreiche Arbeit der Senioren-Tagespflege der
kirchlichen Sozialstation in Hardheim informierten sich gestern Nachmittag die
baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz sowie der
Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, und Landrat Dr. Achim Brötel
zu Beginn ihrer Kreisbereisung.
"In unserem täglichen Handeln und Dienst steht
der Mensch im Mittelpunkt", machte der geschäftsführende Vorsitzende der Sozialstation
Walldürn-Höpfingen-Hardheim, Clemens Balles, den Gästen aus Stuttgart deutlich. Diese
nahmen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten denn auch ausgiebig Zeit für die persönliche
Begegnung und das Gespräch mit den Senioren.
Balles dankte namentlich MdL Peter
Hauk, der die Sozialstation immer wieder unterstütze und auf dessen Initiative der
Besuch zustande gekommen ist.
"Das Thema Demographie beschäftigt uns alle",
kam Minister Hauk auf den Hintergrund dieses Besuches zu sprechen. "Die Menschen
werden immer älter, aber nicht immer gesünder." Ziel der Verantwortlichen in Politik
und Gesellschaft sei es, die Menschen möglichst lange in ihrem häuslichen Umfeld zu
belassen. Die Senioren-Tagespflege leiste hierzu einen guten Beitrag.
Hauk
ist sich allerdings auch bewusst, dass auf dem Land eine solche Einrichtung angesichts
der weiten Entfernungen und der damit verbundenen Transportwege und hohen Kosten nur
unter erschwerten Bedingungen funktionieren kann. "Deshalb war es für die Sozialstation
Walldürn-Höpfingen-Hardheim vor neun Jahren auch nicht einfach, eine solche
Einrichtung zu initiieren", blickte der Minister zurück. Es sei Clemens Balles und
seinen Mitarbeitern zu verdanken, dass sich die Tagespflege trotz mancher Probleme
und Startschwierigkeiten gut etabliert habe, zollte Hauk den Verantwortlichen Respekt.
Altenbetreuung und Altenpflege nähmen in ihrem Ressort einen breiten Raum ein
und seien für die Landesregierung wichtige Themen, betonte die Arbeits- und
Sozialministerin Dr. Monika Stolz. Deshalb habe sie die Kreisbereisung im
Neckar-Odenwald-Kreis gerne in Hardheim begonnen. Zudem habe sie in Peter
Hauk "einen netten Kollegen", dessen Wahlkreis sie gerne kennenlerne. Darüber
hinaus sei es ihr ein Anliegen, sich mit der Arbeit vor Ort vertraut zu machen,
so die Ministerin.
"Die Pflege älterer Menschen ist ein wichtiger Aspekt unserer Politik", versicherte
Dr. Stolz. "An vielen Stellen wird ganz hervorragende Arbeit geleistet", reagierte
sie auf gerade aktuelle, anderslautende Schlagzeilen in den Medien.
Ihr sei
durchaus bewusst, "dass die Einrichtung in Hardheim sicher nicht ganz einfach zu
leiten ist." Schließlich müsse im ländlichen Raum Versorgung unter anderen Bedingungen
gewährleistet werden als in den Städten. Sie werde in ihrem politischen Handeln die
speziellen Probleme des ländlichen Raumes daher ebenso berücksichtigen wie die
Tatsache, dass es bei den vielen unterschiedlichen Angeboten verschiedener Arten
von Hilfe bedürfe, versprach die Ministerin.
Die Senioren-Tagespflege
habe einen festen Stellenwert und sei ausbaufähig, wenn deren Probleme, wie
beispielsweise die hohen Kosten durch lange Anfahrtswege, durch politische
Hilfestellungen abgemildert werden können, ist Dr. Stolz überzeugt. Und sie
machte den Verantwortlichen auch Hoffnung: Gerade was die Tages- und Kurzzeitpflege
anbelange sei die Landesregierung bestrebt, Erleichterungen zu schaffen.
"Wir haben diesen Bereich im Auge. Er ist in der Vielfalt der Pflegeangebote ein
wichtiger Baustein, um die Pflege zu Hause weiter zu fördern."
Seitens
der Gemeinde hieß Bürgermeister-Stellvertreter Josef Ruppert die beiden Minister
im Erftal willkommen. Es sei für Hardheim eine Ehre, "dass die kirchliche
Sozialstation mit ihrer Senioren-Tagespflege den Auftakt zur Kreisbereisung bildet".
Die Betreuung von Senioren und die Gesundheitsvorsorge werde hier groß geschrieben.
Ruppert informierte die Besucher aus Stuttgart in diesem Zusammenhang, dass die 7400
Einwohner zählende Gemeinde 93 Pflegeheimplätze, 41 Altenheimplätze und hierbei 15
teilstationäre Pflegeplätze anbieten kann. "Nicht zu vergessen die 61 Belegbetten
in unserem kommunalen Krankenhaus."
Allerdings gebe es in jüngster Zeit
"bürokratische Hindernisse, die dieses Tun und ein wirtschaftliches Handeln
beschwerlich gestalten", bedauerte Ruppert. "Aber wir resignieren nicht: Gemeinde, G
emeinderat und Bevölkerung kämpfen für ihre Ziele und hoffen, dass sie von der
Landesregierung die nötige Unterstützung erfahren werden, die zum Wohle der Menschen
in dieser Region erforderlich ist."
Den Grußworten schlossen sich Gespräche
mit den "ständigen Gästen", wie die Nutzer der Tagespflege offiziell genannt werden,
an. "Ich habe den Eindruck, dass die Senioren sich hier wohlfühlen", so das
Resümee von Ministerin Dr. Monika Stolz.
© Fränkische Nachrichten - 06. September 2007
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