Autoabgase und Kerzenruß färbten Bilder und Wände schwarz

    Reinigungs- und Renovierungsarbeiten / Erftaldom geschlossen


    Hardheim. Die Renovierungs- und Reinigungsarbeiten in der Pfarrkirche St. Alban in Hardheim haben gestern begonnen. Aus diesem Grund ist der Erftaldom eine Woche lang für Kirchgänger geschlossen.

    Die Erhaltungsmaßnahmen belasten die Pfarrei und vor allem deren Etat enorm. Kaum ist die Renovierung der Rüdentaler Kapelle abgeschlossen, sind Reparaturarbeiten in der Hardheimer Albanuskirche erforderlich. Und das, obwohl deren Generalsanierung noch gar nicht so lange zurückliegt. Mehrere Fenstermotoren sind defekt und müssen dringend ausgetauscht werden: Da die Fenster nicht mehr richtig schließen, zieht es in dem Gotteshaus.

    Der Pfarrgemeinderat befasste sich bereits in seiner Februar-Sitzung mit dem Thema. Denn die Kosten sind relativ hoch. Der Voranschlag lag bei 24 000 Euro.

    Kleiner Anlass, große Wirkung: Da die Fenster sehr schwer zugänglich sind, muss mit mobilen Hebebühnen gearbeitet werden. Das verteuert die Maßnahme gewaltig. Damit dieser Aufwand möglichst großen Nutzen bringt, wird das schwere Gerät nun auch für Reinigungsarbeiten eingesetzt.

    Autoabgase und Kerzenruß haben Bilder, Wände und Fenster schwarz gefärbt. Die dunklen Stellen an der Decke seien keineswegs Schimmel- oder Stockflecken, wie man auf den ersten Blick vielleicht denken könnte, erklärte Andreas Klein von der Gebäude-Reinigungsfirma Klein aus Hainstadt im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. "Das ist nur Staub und Ruß. Die Decke ist isoliert". Putzwasser und Microfasertücher sind pechschwarz: "Die müssen wir ständig wechseln", so der Spezialist. Andreas Klein ist mit fünf Mann im Einsatz, darunter seinen beiden Söhnen, die gerade eine Lehre bei ihm absolvieren. Sie müssen sich sputen, denn nur wenige Tage stehen zur Verfügung.

    Alleine für den Aufbau und die Beförderung von zwei unterschiedlich großen Hubstaigern in die Kirche benötigte man gestern Vormittag vier Stunden. Die kleinere, geländegängige Maschine auf Raupen kann auf eine Höhe von 16 Meter hochgefahren werden. Sie wurde im Altarraum aufgebaut. Der größere Hubstaiger, auf 30 Meter Höhe ausfahrbar, steht mittig im Hauptschiff. Die Lampen sind zu diesem Zweck hochgezogen worden.

    Das schwere Gerät wurde mit einem großen Sattelschlepper angeliefert. Ein Kranwagen hob die Teile die Treppe zum Seiteneingang hinunter in die Kirche. Ursprünglich sollten die Maschinen durch den Haupteingang transportiert werden. Dazu hätte das Taufbecken abgebaut werden müssen. Aber an der Außenfassade und dem kleinen Foyer nach dem Treppenaufgang scheiterte dieses Vorhaben. Denn der Kranwagen hätte die schweren Teile von dort aus nicht bis in das Hauptschiff bugsieren können.

    Um den Sandsteinboden am Altar vor Schäden zu bewahren, mussten Platten aus Metall verlegt und ein Podest über den Altarstufen errichtet werden.
    Architekt Hans Glaser begleitet die Arbeiten. Schon in wenigen Tagen soll der Innenraum der Kirche wieder in neuem Glanz erstrahlen. Die ersten Ergebnisse waren gestern Nachmittag augenfällig und überzeugend: Das Gold der beiden gereinigten Mosaiken glänzte wieder und die gesäuberten Sandsteinblöcke hoben sich deutlich von den rußverfärbten Simsen ab.

    "Die Gemälde an der Decke und im Chorraum werden aus Zeitgründen in ihrem derzeitigen Zustand belassen", erklärte Andreas Klein gegenüber den FN. Alle hervorstehenden Sandsteinteile, die Fenster, Mosaiken und die Orgel werden zunächst abgesaugt. Die Mosaiken und empfindlichen Butzenscheiben, der Orgelprospekt und die Orgelbrüstung werden hernach per Hand noch nass oder leicht feucht gesäubert und aufpoliert.

    "Die wesentlichen Verunreinigungen bestehen aus Stearinruß von den Kerzen sowie dem Benzin- und Dieselruß der Autoabgase, die von den viel befahrenen Innerortsstraßen in die Kirche ziehen", ist sich der Fachmann sicher. "Die Kirche wirkt wie ein offener Kamin". Der Staub würde hochgewirbelt und dann abgelagert.

    Der Austausch der Fenstermotoren, der eigentliche Anlass dieser Großaktion, erfolgt im Laufe der Woche. i.E.

    © Fränkische Nachrichten - 04. September 2007

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