"Wanted: Jesus!" - Ministranten drehen einen Film

    Junges Filmteam ist in Hardheim unterwegs / Einblick in die Dreharbeiten / Abenteuerliche Suche nach einer Kirchenstatue



    Hardheim. Eine Gruppe von ungefähr 20 Ministranten tritt sich im engen Kirchenspeicher der Pfarrkirche St. Alban in Hardheim fast gegenseitig auf die Füße. Und das auch noch für einen guten Zweck: Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren, drehen nämlich gerade einen Film mit dem Titel "Wanted: Jesus!".

    Die Dreharbeiten laufen seit Montag und bis einschließlich Sonntag. Treffpunkt ist täglich gegen 8.30 Uhr, und meist dauert die Arbeit an ihrem Film bis in die späten Abendstunden. Dennoch sind die Schauspieler voller Tatendrang und mit großer Begeisterung bei der Sache, auch wenn "die Kräfte langsam nachlassen", so Gunter Berberich, Theologiestudent und Mitinitiator des Filmprojektes.

    Gemeinsam mit seiner Kollegin Jutta Biller, eigentlich Lehrerin und zurzeit Regisseurin, hat er bereits Ende des letzten Jahres begonnen, das Drehbuch für den Film zu schreiben. Ziel der Arbeit ist, Filmcrew und natürlich den Zuschauern zu vermitteln, dass man Gott "nicht nur im stillen Gebet, sondern auch durch seine Mitmenschen begegnen kann", so Berberich.

    Unterstützt werden die Ministranten bei diesem ehrgeizigen Projekt auch von den Pfarrern Franz Lang und Rudolph Hauck sowie einem waschechten Polizisten namens Klaus Scheller.

    Bei den Dreharbeiten geht es nicht nur um die Produktion eines "möglichst guten Filmes", sondern auch "um die Gemeinschaft und das gemeinsame Arbeiten und Erleben", erklärt Gunter Berberich im Gespräch mit den FN.

    Die Geschichte des Films beginnt in der Kirche, wo sich die Ministranten im Anschluss an einen Gottesdienst darüber unterhalten, dass es einfacher wäre zu glauben, wenn es auch Beweise für die Existenz Gottes gäbe. Unter anderem sagen sie, Jesus solle doch einfach mal von seinem Sockel steigen, um ihnen das Glauben zu erleichtern. Eines Tages ist plötzlich die Statue des Auferstandenen aus dem Altarraum der Kirche verschwunden. Der Sockel, wo zuvor noch Jesus zu sehen war, ist leer. Voller Sorge darüber, sie seien für das Verschwinden verantwortlich, machen sich die Ministranten auf den Weg, die verschwundene Statue zu suchen, um sie auf ihren Platz zurückzubringen.

    Ihre Suche führt sie daraufhin kreuz und quer durch Hardheim.

    Drehorte waren bei den Filmaufnahmen neben dem Kirchenspeicher beispielsweise der Hardheimer Kindergarten, das Krankenhaus und die Seniorentagespflege. "Uns war es wichtig, auch die sozialen Einrichtungen Hardheims vorzustellen", so Berberich.

    Während die Ministranten versuchen, die verschwundene Statue wiederzubeschaffen, begegnen sie verschiedenen Menschen und kommen durch diese Begegnungen auch Gott ein wenig näher.

    Über das Ende des Films schweigt sich das Team natürlich aus, schließlich kann sich ein jeder selbst darüber informieren, wenn der Film, voraussichtlich Anfang 2008, im Hardheimer Pfarrheim seine Premiere feiert.

    Die Produktionskosten für "Wanted: Jesus!" tragen die Ministranten weitestgehend selbst, denn aufgrund der vielen Freiwilligen und der Unterstützung einiger ortsansässiger Firmen, kann mit relativ kleinem Budget gedreht werden, was sich auch durchaus positiv auf die Ministrantenkasse auswirke.

    Nichtsdestotrotz freut sich die Filmcrew natürlich über jede Spende. Eventuell planen die Filmemacher sogar, ihr Werk auf DVD zu verkaufen. "Das hängt von der Qualität ab", scherzen sie.

    Nach der hohen Motivation im Team - nach Aussage der Regie sind die jungen Schauspieler durchaus talentiert - und dem hochwertigen Equipment (von der Universität Freiburg geliehen) zu urteilen, sollte das mit der guten Qualität wohl kein Problem sein. kf

    © Fränkische Nachrichten - 18.08.2007

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