Hungermarsch setzte Zeichen der Nächstenliebe
"Wandern für die Andern" fand dieses Jahr in Hardheim stattIm Anschluss an den Gottesdienst und die Grußworte sowie die organisatorischen Hinweise des Hardheimer Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Bernhard Berberich führte der Weg die Teilnehmer in Richtung Höpfingen und über die Josefskapelle zurück nach Hardheim. Dort war im katholischen Pfarrheim für Bewirtung gesorgt. Der Reinerlös daraus und die Spenden der Teilnehmer sowie aller Förderer werden Projekten von Bischof Meinrad Merkel in Humaita in Brasilien und Schwestern von Kwamndolwa als bedeutsame Hilfe zur Selbsthilfe zugute kommen. In der von Pfarrer Franz Lang als Hauptzelebrant zusammen mit Diakon Franz Greulich gestalteten Auftakt- und Festgottesdienst wurde mit der Lesung und der Predigt des Geistlichen als Schirmherrn ein nachdrücklicher Appell zur Unterstützung des Hungermarsches an die Gottesdienstbesucher gerichtet. Die Lesung entstammte dem 2. Korintherbrief und verdeutlichte ebenso wie die Richtung weisende Predigt des Schirmherrn, dass gemäß dem Auftrag von Jesus Christus als Religionsstifter die Liebe zu Gott und zu den Menschen besonders prägende Kennzeichen der christlichen Lehre sind. Pfarrer Franz Lang stellte an den Beginn seiner Predigt eine Erfahrung aus seiner seelsorgerischen Arbeit und die Frage, wie die Menschen mit dem Wort Gottes umgehen und wie ernst sie dieses nehmen. Er betonte, dass die Liebe zu Gott und zu den Menschen charakteristische Merkmale des Christentums sein sollen. Damit verbunden wurde von ihm die Frage, wie ernst die Christen diese Forderung nehmen. Seine Erläuterungen und die Gedanken des in der Lesung zitierten Korintherbriefes mit der darin geäußerten Forderung nach Hilfe und Unterstützung der Brüder und Schwestern aus christlicher Haltung und Einstellung verdeutlichten den Zuhörern seinen nachdrücklichen Appell zur tatkräftigen Unterstützung des Hungermarsches. Der Geistliche betonte, dass der Spender durch die gewährte Hilfe und Unterstützung selbst Freude und Genugtuung empfinde und innerlich bereichert werde. Diese Erfahrung gehöre zum Erfahrungswert eines jeden Einzelnen, betonte der Geistliche, zumal man so selbst mit Freude und Genugtuung beschenkt werde. Darüber hinaus werde mit solcher Einstellung dem Beispiel und Auftrag Jesu Christi gefolgt. Denn dieser sei arm geworden, um die Menschen reich zu machen. Dies habe seine Auswirkung auf die frühen christlichen Gemeinden gehabt, die ihre Gaben in den Gottesdienst mitbrachten. Diese wurden in dessen Verlauf vom Diakon an Bedürftige verteilt. So entstand und entstehe bis heute eine Intensivierung der Verbindung mit Gott und den Mitmenschen und Notleidenden, sagte Pfarrer Lang, der die Gaben für Arme als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit der christlichen Gemeinden bewertete. In Verbindung damit wurde der Ausspruch des afrikanischen Bischofs Tutu beim evangelischen Kirchentag mit den Worten "Ich bin ein Bruder" in Erinnerung gebracht. Pfarrer Lang hielt es für wichtig, mit den gespendeten Gaben ganz bewusst den Empfänger zu sehen und hinter den Gaben und Mitteln den Menschen. Das stellte er auch als nachdrückliches Ziel des Hungermarsches mit der Hilfe für die Brüder und Schwestern in Brasilien und Tansania heraus. Damit sah er auch das Bemühen verbunden, den Armen ein Gesicht zu geben und diesen die benötigte Hilfe zukommen zu lasse. Die früher im Gottesdienst gewährte sachliche Hilfe nannte der Geistliche einen unverzichtbaren Bestandteil, dem heute allerdings mehr symbolischer Wert zukomme. Beim "Wandern für die Andern" gelte es, den Menschen in der einen Welt verbunden zu sein und gemäß den Forderungen Jesu Christi mit den Spenden unübersehbare Zeichen der Liebe zu setzen. Daher griff der Prediger das Anliegen der drei Pfarrgemeinden und der Militärseelsorge und deren mit dem Marsch gegen den Hunger verbundene Bemühungen gern auf und appellierte an alle, die Vorhaben der Hilfe zur Selbsthilfe nachdrücklich und tatkräftig zu unterstützen. Z © Fränkische Nachrichten - 09.07.2007 Download |