Franz Greulich wird 70 - Ein Leben im Dienst aM Nächsten

    Ständiger Diakon / Feierliche Vesper zur Entpflichtung / Große Verdienste um die Kolpingfamilie

    Hardheim. Franz Greulich war der erste Ständige Diakon in der Region. Seit knapp 30 Jahren ist der vierfache Familienvater in dieser Funktion als engagierter und erfolgreich wirkender "Arbeiter" im Weinberg des Herrn tätig. Dabei war der Berufsweg des gelernten Schneidermeisters zunächst durchaus weltlich orientiert. Erst ab 1968 besuchte er theologische Kurse und absolvierte eine pädagogisch-didaktische Ausbildung, die 1971 in die Religionslehrer-Tätigkeit einmündeten. Auch ehrenamtlich ist Greulich seit Jahrzehnten im Hardheimer Gemeindeleben ein wichtiger Aktivposten. Und so wird die Schar der Gratulanten heute an seinem 70. Geburtstag entsprechend groß sein. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den guten Wünschen an.

    Franz Greulich ist keinesfalls so spröde, konservativ und weltfremd, wie man sich vielleicht einen "Kirchenmann" seiner Generation noch vorstellt: Er ist ein lebensfroher und lebensbejahender Mensch, der gerne lacht und gerne tanzt, freundlich und gesellig. Er kennt Höhen und Tiefen des Lebens, Alltagssorgen von Männern und Frauen, Kindern, Familien, Alleinerziehenden, Kranken, Behinderten und Bedürftigen. Schließlich hat Franz Greulich es sich zur Lebensaufgabe gemacht, ihnen - seinem diakonischen Schwerpunkt entsprechend - zu helfen. Er stellt sich ganz in den karitativen Dienst am Nächsten, wirkt ohne großes Aufsehen segensreich in aller Stille. Und das seit einigen Jahrzehnten. Er ist mit und an der Aufgabe gewachsen, stellt sie heute, als Pensionär, ganz in den Mittelpunkt seines Wirkens.

    Der Jubilar erblickte am 20. April 1937 als Sohn von Alois und Mina Greulich in Frankfurt das Licht der Welt. Nach den Bombenangriffen auf die Mainmetropole fand die Familie bei der Schwester des Vaters in Hardheim ein neues Zuhause. Sohn Franz absolvierte bei seinem Vater eine Lehre als Damen- und Herrenschneider. 1962 legte er in München die Meisterprüfung ab. Zwei Jahre später heiratete der Jubilar seine Frau Gisela, geborene Schappeler.

    Aus reinem Interesse, zunächst ohne konkretes Ziel, besuchte Franz Greulich ab 1968 mehrere theologische Kurse. Parallel dazu schloss er einen pädagogisch-didaktischen Kurs erfolgreich ab. Dadurch erhielt er eine zeitlich befristete Lehrerlaubnis für eine nebenberufliche Tätigkeit als Religionslehrer an der Haupt- und Realschule in Hardheim. Darüber hinaus ließ sich Franz Greulich im Dezember 1978 in Freiburg zum Ständigen Diakon weihen.

    Der Lehrumfang nahm kontinuierlich zu. Von 1977 bis 1984 unterrichtete der Jubilar katholische Religionslehre am BGB in Buchen. Als 1977 Alois Greulich starb, gab Sohn Franz seinen ursprünglichen Beruf ganz auf und löste die Schneiderei in der Jahnstraße auf, die er 1971 von seinem Vater übernommen hatte.

    Derweil wurden die Aufgaben in der Pfarrei immer umfangreicher, da ab 1983 die Pfarrgemeinden Bretzingen und Schweinberg von Hardheim aus mitverwaltet werden mussten. Deshalb schlug der damalige Pfarrer Johann Schäfer Franz Greulich vor, hauptberuflich im kirchlichen Bereich tätig zu werden, was dann auch 1986 durch die Ernennung zum hauptberuflichen Ständigen Diakon durch das Erzbischöfliche Ordinariat geschah.

    Seit es Pfarrgemeinderäte gibt, also seit 1969, gehört Franz Greulich diesem Gremium an, neuerdings auch dem Ständigen Ausschuss der Seelsorgeeinheit Hardheim.

    Die Liste der ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang. Federführend aktiv war der Jubilar bei der Gründung des ersten überregionalen "Diakonatskreises Walldürn" 1975, in dem er 28 Jahre als Sprecher fungierte. Über 20 Jahre lang gehörte er für die angestellten Lehrer dem Personalrat beim Staatlichen Schulamt Mosbach an.
    Franz Greulich leitet den ökumenischen Bibelkreis in Hardheim, hält als Diakon Wortgottesdienste und Kommunionfeiern, leitet Beerdigungen, Einweihungen und Tauffeiern, predigt und assistiert bei Messfeiern. Außerdem arbeitet er im Kreis-Caritasverband, in der Männerseelsorge und im Stadtmarketing-Ausschuss "Soziales" der Gemeinde Hardheim mit.

    Als Senior, Vorsitzender und bis heute Präses prägt Franz Greulich die Kolpingfamilie Hardheim seit einem halben Jahrhundert. Seine immensen Verdienste wurden durch entsprechende Ehrungen honoriert. Auch dem Laienspiel ist der Jubilar verbunden. Erinnert sei an sein Mitwirken als Fürstbischof beim historischen Spektakel zur Eröffnung des Josefsmarktes.

    Die Liste der "kleineren Posten" in diversen kirchlichen Vereinen ist lang. Besonders am Herzen liegen Franz Greulich die Hospizarbeit ("Sie ist am arbeitsintensivsten") und der Verein Dienst am Nächsten, den er als Vorsitzender leitet. "Momentan sind wir dabei, die sozialen Dienste neu zu organisieren", so der Jubilar im Gespräch mit den FN, denen er als treuer freier Mitarbeiter (Kürzel "fgr") seit rund 50 Jahren eng verbunden ist.

    Franz Greulich obliegt die Einteilung der Besuchsdienste für Neuzugezogene und das Krankenhaus, er besucht die Altersjubilare und hält wöchentlich Gottesdienste in der Senioren-Tagespflege und im Baulandhaus ab. Mit 70 will der Jubilar zwar nicht die Hände in den Schoß legen, aber kürzer treten und auf längere Sicht diverse Leitungsfunktionen abgeben.

    Privat ist Franz Greulich ein Familienmensch. Er geht gerne schwimmen, betreibt hin und wieder Jogging oder Nordic walking. Fotografieren stand früher auf der Hobbyliste ganz oben. Für den neuen Lebensabschnitt wünscht der Jubilar für sich, seine Frau, die vier Kinder und vier Enkel an erster Stelle Gesundheit. i.E.

    © Fränkische Nachrichten - 20.04.2007

    Feierliche Vesper und "Entpflichtung"

    Hardheim. Franz Greulich ist geweihter, Ständiger Diakon. Bis zu seinem 65. Geburtstag war er als solcher hauptberuflich, danach nebenberuflich tätig. Anlässlich seines 70. Geburtstag wird er heute in der Vesper um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Alban offiziell durch Dekan Werner Bier "entpflichtet". Aufgrund seiner Weihe darf Franz Greulich allerdings auch in Zukunft auf Wunsch und bei Bedarf seine bisherigen Tätigkeiten in Absprache mit dem Ortspfarrer ausüben, ähnlich wie ein Priesterpensionär. Der Vespergottesdienst am heutigen Freitag wird vom Bretzinger Kirchenchor unter Leitung von Dirigent Roland Schuh mitgestaltet. Denn Franz Greulich ist in der Seelsorgeeinheit Hardheim schwerpunktmäßig Ansprechpartner für die Pfarrgemeinden Bretzingen. Ab 11 Uhr ist der Jubilar heute im Pfarrheim in Hardheim anzutreffen, wo er Glückwünsche entgegennimmt.Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde das Amt des Diakons als eine eigene und beständige hierarchische Stufe in der Kirchenordnung wiederhergestellt. Viele Jahrhunderte lang war es kaum mehr als eine Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe. Gleichzeitig entschied sich das Konzil dafür, dieses Amt verheirateten Männern zugänglich zu machen. Drei Dienste werden dem Diakon übertragen: Diakonie, Liturgie und Verkündigung, wobei der Schwerpunkt im Gegensatz zum Priester, auf der Diakonie liegt. i.E.
    © Fränkische Nachrichten - 20.04.2007

    Der nachfolgende Link ist für den Download RNZ Bildbericht zum gleichen Thema
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    Download Diakon Franz Greulich - 70 Jahre -->

    Dolmetscher des Wortes Gottes

    Franz Greulich als Diakon im Zivilberuf offiziell entpflichtet

    Hardheim. Groß war die Schar der Gratulanten, die dem Hardheimer Diakon Franz Greulich im Verlauf des Freitags ihre Glückwünsche zu dessen 70. Geburtstag aussprachen. Darunter auch der ehemalige Hardheimer Seelsorger Pfarrer Johann Schäfer und Schwester Elfriede sowie zahlreiche weitere Geistliche aus der Region. Die Hospizgruppe erfreute im Pfarrheim mit einem Ständchen, Pfarrer Franz Lang, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Berberich sowie Reinhold Meisel, Fritz-Peter-Schwarz und Josef Ruppert für die CDU würdigten die Arbeit des Jubilars in der Pfarrei, der Gemeinde und den verschiedensten örtlichen Gremien. In einer feierlichen Vesper am Nachmittag "entpflichtete" Dekan Werner Bier Franz Greulich als Diakon im Zivilberuf. Dieser war nach seiner Pensionierung bisher noch nebenberuflich als Diakon tätig.
    Den Gottesdienst hielten Dekan Werner Bier und Pfarrer Franz Lang, assistiert von den Diakonen Greulich, Ertl (Buchen) und Depta (Seckach). Musikalisch wurde die Vesper vom Kirchenchor Bretzingen unter der Leitung seines Dirigenten Roland Schuh gestaltet. Dekan Bier skizzierte die wichtigsten Lebensstationen des Jubilars (die FN berichteten), erinnerte an Greulichs Tätigkeiten im karitativen wie im liturgischen Bereich als Religionslehrer, als erster Ständiger Diakon in der Region und erster Kommunionhelfer in Hardheim.

    Durch die Entpflichtung, zu der Dekan Bier ein Schreiben von Generalvikar Dr. Keck vorlas, wird Greulich von bisherigen Aufgaben entlastet. Als geweihter, ständiger Diakon, darf er allerdings auch in Zukunft auf Wunsch und in Absprache mit dem Pfarrer Dienste wahrnehmen, vergleichbar einem Priesterpensionär.
    28 Jahre lang habe sich Greulich als Diakon mit seinen vielfältigen Gaben in der Seelsorge eingebracht und sei so zum Segen für viele geworden, würdigte der Dekan. Bier dankte Franz Greulich für dessen Arbeit und Einsatz für die Weiterentwicklung des Ständigen Diakonats. Er verglich Greulich mit Abraham, der sich von Gott rufen ließ und konsequent diesem Ruf folgte. "Auch Franz Greulich wollte und will den Menschen Dolmetscher des Wortes Gottes sein", im verkündeten Wort wie im praktischen Lebensalltag.

    Zum Abschluss des Vespergottesdienstes überraschte der Bretzinger Kirchenchor das tief bewegte Geburtstagskind mit einem Ständchen. i.E.
    © Fränkische Nachrichten - 23.04.2007

    Der nachfolgende Link ist für den Download des FN Bildes von I.E
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    Download Feierliche Vesper zur Entpflichtung von Diakon Franz Greulich durch Dekan Werner Bier -->