kfd ist aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken

    Katholische Frauengemeinschaft feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen

    Hardheim. Die Katholische Frauengemeinschaft Hardheim wird dieses Jahr zusammen mit dem Diözesanverband 90 Jahre alt und wird diesem Ereignis mit einer Feier am Donnerstag, 25. Oktober, in gebührender Form Rechnung tragen.
    Mit ihrem vielfältigen Wirken ist die kfd Hardheim aus dem Leben der katholischen Pfarrgemeinde St. Alban und darüber hinaus nicht mehr weg zu denken. Die kfd ist ein kirchlicher Frauenverband. So wirkt sie auch auf örtlicher Ebene weiterhin als Glaubens-, Gebets und Opfergemeinschaft. Darüber hinaus hat sie sich in verschiedenen Bereichen den Gegebenheiten und Erfordernissen der Zeit angepasst. Sie engagiert sich auch für soziale Belange und wartet im Verlauf jedes Vereinsjahres mit Themenangeboten aus verschiedenen Bereichen des Lebens auf.

    Bei ihrer Gründung 1917 schloss sich die örtliche Katholische Frauengemeinschaft den Interessen und Zielen der im Mai 1850 in Lille ins Leben gerufenen Gruppierung an.
    1860 führte Bischof W. E. von Ketteler in Mainz den Mütterverein in Deutschland ein. Ein Jahr später wurde an der Münsterpfarrei in Freiburg die erste Müttergemeinschaft der Erzdiözese gegründet. Daran schloss sich die Gründung einer Vielzahl weiterer Gemeinschaften an. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen neue Aufgaben in Kirche und Gesellschaft auch auf die Frauen zu und die Glaubens- und Gebetsgemeinschaft weitete sich aus zu einer Arbeits-, Bildungs- und Lebensgemeinschaft. In dieser ließen sich alle an den Zielen interessierten Frauen gegenseitig Hilfe zukommen und suchten nach Antworten auf die Fragen des Lebens. Die Erzbruderschaft Christlicher Mütter wurde in der Pfarrei St. Alban in Hardheim am 30. März 1917 vom damaligen Pfarrer Stephan errichtet.

    Die Mitglieder trafen sich in großer Regelmäßigkeit zu Gebet und zu Veranstaltungen. Sie waren darum bemüht, den Aufgaben gerecht zu werden und die Ziele zu realisieren, die sich die Gemeinschaft gesteckt hatte. Die Betonung der Arbeit und Aktivität im innerkirchlichen Bereich verhinderten die Auflösung und das Verbot durch die Machthaber des Dritten Reiches. So konnte die Frauengemeinschaft nach dem Krieg mit Genehmigung der Besatzungsmächte ihre Arbeit schnell wieder aufnehmen.

    In Hardheim widmete man sich unverzüglich den Aufgaben und die Frauen griffen höchst interessiert nach den Angeboten. Diese wurden damals von Erna Fieger initiiert und realisiert. Bis 1954 war das Interesse an der Gemeinschaft so sehr gestiegen, dass die Mitgliederzahl in Hardheim auf 423 Frauen anwuchs. Erna Fieger übernahm das neue Amt der Dekanatsvorsitzenden. Von ihren Einsichten, Erkenntnissen und Angeboten, die aus ihrer Beteiligung an überörtlichen Veranstaltungen bis hin zu Diözesantagungen resultierten, profitierte die örtliche Gemeinschaft nachdrücklich.

    Veranstaltungen und Bildungsangeboten mit kompetenten und profilierten Referenten wurde reges Interesse entgegen gebracht und manche Persönlichkeiten aus dem Bereich theologischer wie profaner Wissenschaften waren in Hardheim zu Gast. So gab es damals höchst erfolgreiche Vortragsreihen zur Ehevorbereitung mit rund 500 Teilnehmern, an einer Serie über Erziehungsfragen beteiligten sich rund 120 bis 150 Interessenten, Säuglingspflegekurse und Kochkurse der Fahrbaren Mütterschule waren wiederholt bestens belegt.

    Schließlich zeichnete die Gemeinschaft für die Anfänge der Altenfeier verantwortlich, auf ihre Initiative gingen die Einrichtung der bedeutsamen Dorfhelferinnenstation zurück, die jährliche Buchausstellung und auch die Sonntagsdienste von Mädchen im Hardheimer Krankenhaus.
    In der früheren Mütter- und späteren Katholischen Frauengemeinschaft war man aufgeschlossen für die verschiedensten Themen und erkannte, wo Bedarf bestand. Gehalten haben sich manche der örtlichen Angebote bis zum heutigen Tag. Wallfahrten und Ausflüge gehören dazu. Doch neue sind dazu gekommen. So werden bei den Hardheimer Märkten Kaffeenachmittage im Pfarrheim von der Bevölkerung gerne angenommen. Der Erlös eröffnet den Frauen finanzielle Unterstützung verschiedener Instanzen und Projekte. Die monatlichen Zusammenkünfte weisen interessante Themen auf. und zu einer festen Einrichtung sind die mit den evangelischen Mitschwestern alljährlich gemeinsam gestalteten Weltgebetstage geworden.
    Gebührend zu feiern versteht die Katholische Frauengemeinschaft auch, wie die für alle Mädchen und Frauen offene alljährliche Frauenfasnacht immer wieder aufs Neue dokumentiert. Soziale Einstellung bekundet wird durch das Bemühen um Hilfe für Frauen in allen möglichen Konfliktsituationen. Unterstützt wird auch die Kinderhilfe Bethlehem. Z

    © Fränkische Nachrichten - 14.04.2007