Einblick in die Hospizarbeit

    Interessanter Vortragsabend bei der Frauengemeinschaft

    Hardheim. Die Frauengemeinschaft hat den Erlös des Kaffeetrinkens am Wendelinusmarkt 2006 der Hospizgruppe Hardheim zugewendet. Am Donnerstagabend lud sie die Hospizhelfer zu ihrer Versammlung ein, um sich aus erster Hand zu informieren. Dazu begrüßte Vorsitzende Hildegund Berberich sieben Hospizhelfer. Zur Einstimmung hatte die Gruppe ein Motiv aus dem linken Flügel des Hochaltar des Erftaldomes gewählt, das die Ölbergszene mit den schlafenden Jüngern darstellte.

    In seiner Meditation zeigte Diakon Franz Greulich die Parallelen zwischen Jesus, der vor Angst Blut geschwitzt hat, und den Sterbenden auf, die darauf warten, dass man mit ihnen wacht und betet. Den weiten Weg vom Stoßgebet "Vater, wenn es möglich ist, lass dieses Leid an mir vorübergehen" in die Ergebenheit in den Willen Gottes, "Vater nicht mein, sondern dein Wille geschehe", ließ er die Zuhörer mitgehen.

    Conny Benig stellte die Mitglieder der aktiven Hospizgruppe vor und berichtete von der Ausbildung der Helfer durch die "Internationale Gesellschaft für Lebens- und Sterbebegleitung". Andrea Haas gab einen Rückblick auf die Geschichte der Hospizbewegung, die in Hardheim schon 1310 durch die Gründung der Spitalstiftung durch die Herren von Hardheim begann und sich 1995 mit der Gründung der ersten Hospizgruppe im Altkreis Buchen fortsetzte. Zehn Jahre später wurde die Hardheimer Gruppe ins Leben gerufen.

    Einsatzleiterin Agnes Ullrich, machte anhand der Geschichte von Michael Endes "Momo" deutlich, wie wichtig beim Umgang mit Kranken und Sterbenden das Zuhören können und Dasein ist. Rita Herberich verlas die Bitten eines Sterbenden an seinen Begleiter, die seine Lehrmeister für das Leben sind und erläuterte, wie die Hospizhelferinnen damit umgehen. Gisela Ewen sprach von den Bedürfnissen der Sterbenden und wie der Sterbebegleiter sie erkennt und ihnen entsprechen kann. Irmgard Farrenkopf zeigte auf, wie das Grimmsche Märchen vom "Tod und vom Gänsehirt" das Thema Sterben thematisiert und wie die unerledigten Dinge den Menschen das Sterben schwer machen können.

    Diakon Greulich erläuterte die Symbolsprache, derer sich die Sterbenden bedienen, wenn sie zum Beispiel sagen, dass sie bald auf Reise gehen, das Haus verlassen, mit dem Schiff ans andere Ufer ins Jenseits fahren, oder dass der Vogel der Nacht ihnen ein Lied singt. Was am Sterbebett gesprochen wird, unterliegt der absoluten Schweigepflicht. Den Inhalt bestimmt der Sterbende. Er führt die Regie und wenn er es nicht mehr kann ist es Aufgabe des Begleiters, behutsam seine Wünsche zu erkennen und zu erschließen.

    Irmgard Farrenkopf befasste sich mit der Palliativmedizin in der Sterbebegleitung. Sie sagte, die Schmerzmedizin sei heute so weit fortgeschritten, dass bei richtiger medikamentöser Behandlung Schmerzen nicht nur gemildert, sondern großenteils ganz verhindert werden können. Mit einem Segen für Trauernde schloss der Vortragsteil. In der anschließenden Aussprache waren die Palliativmedizin, die Arbeitsweise und Ausbildung der Sterbebegleiter, sowie ihre Einsatzmöglichkeiten, weitere Themen die vertieft wurden. Hildegund Berberich bedankte sich bei der Hospizgruppe, die durch die Gestaltung des Abends einen besonderen Akzent in der Fastenzeit gesetzt hatte. fgr

    © Fränkische Nachrichten - 31.03.2007