Spendengelder in Afrika angekommen


    Erlöse aus Hungermarsch für Missionsprojekte



    Hardheim. Die Spendengelder des Hungermarsches sind vor Ort angekommen und werden für die beim Hungermarsch genannten Projekte verwendet. Davon konnte sich der Vorsitzende des "Fördervereins für die Missionsarbeit" Anton Fach überzeugen, als er vor kurzem in Tansania war. Zunächst nahm er am Fest des "Goldenen Priesterjubiläums" eines befreundeten Missionars im Süden Tansanias teil. Von dort aus bedurfte es einer mehrtägigen Reise um in den Norden des Landes zu kommen, wo die "Schwestern Unserer lieben Frau von Usambara" zu Hause sind. Sie feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. In den Usambara-Bergen freuten sich die Schwestern in Kwamndolwa, über den Besuch aus Deutschland. Ein Teil des Erlöses des "Wandern für die Anderen" war nämlich für die Ausbildung der Schwestern in der Aidsprävention und der Beschaffung von Medikamenten bestimmt. Freudig war das Wiedersehen mit Norbert Hamberger, Neudenau, der zur Zeit bei den Schwestern für drei Monate als Entwicklungshelfer tätig ist. Er führt als Landmaschinenmeister nötige Wartungsarbeiten an den Fahrzeugen und Maschinen des Klosters durch und sorgt sich um den lebenswichtigen Brunnen und weitere Versorgungsleitungen des Klosters. Groß war die Freude, als Anton Fach der Generaloberin 6000 Euro überreichte. Dankbar dachte man anlässlich des silbernen Jubiläums der Klostergemeinschaft des Initiators Claus Hamberger. Mit großem persönlichen Einsatz hat er die positive Entwicklung des Klosters mitgestaltet. Er hat 17 Hungermärsche organisiert und Fachkräfte ermutigt, sich auf Zeit als Entwicklungshelfer sich zu Verfügung zu stellen. Fast jährlich war er persönlich vor Ort um zu arbeiten und sich zu informieren. So hat er seit 25 Jahren wesentlich zum Aufbau der Schwesterngemeinschaft beigetragen hat. Mit der Gründung des "Fördervereins für die Missionsarbeit" wurde die künftige Unterstützung der Schwestern gesichert. Dass diese Förderung auch weiterhin nötig ist, darauf wies die Generaloberin hin. Zur Zeit legen die Schwestern selbst Hand an, um den Aufbau einer neuen Station mit Schwesternhaus, Kindergarten, Schule, Krankenstation und Stallungen zu ermöglichen. Keine Sorgen um den Nachwuchs haben die Schwestern von Kwamndolwa. Das Interesse der Mädchen Ordensfrau zu werden ist enorm hoch. Alle erhalten eine qualifizierte Ausbildung. Dazu ist der Bau von neuen Häusern und Einrichtungen unerlässlich. Zur Zeit sind 409 Schwestern dieser Gemeinschaft, auf sechs Diözesen Tansanias verteilt, im Einsatz. 40 Novizinnen befinden sich in Ausbildung und warten darauf ihr Ordensgelöbnis ablegen zu dürfen. Das zweite vom Hungermarsch geförderte Projekt liegt in Sakharani, das Anton Fach ebenfalls besuchte. Pater Thomas Estermann durfte sich über 3000 Euro freuen, die der Vorsitzende des Fördervereins ihm überreichen konnte. Pater Estermann ist für den Nachwuchs der einheimischen Priester im Norden Tansanias zuständig. Für Schulgeld, Unterhalt, der Bezahlung von Lehrern und der Förderung des talentierten Nachwuchses ist dieses Spendengeld gut angelegt. Erwerbsmöglichkeiten außer der Landwirtschaft sind kaum vorhanden. Nach einem großen Ernteausfall in der ganzen Region, fehlt bereits zum dritten Mal die Regenzeit. Daher ist es den Familien unmöglich die Kosten für die Ausbildung ohne Hilfe von außen aufzubringen. Bischof Meinrad Merkel, Diözese Humaita Brasilien, durfte für sein Betreuungsprojekt inzwischen den Betrag von 3500 Euro entgegen nehmen. 320 Kinder im Alter von sieben bis vierzehn Jahren sollen dadurch eine Förderung erfahren. Die mit Mindestlohn eingestellten Betreuer ergänzen den Schulunterricht, organisieren Sport und Spiel, vermitteln allgemeine Erziehung und sorgen für die tägliche, warme Mahlzeit. Für die drei Projektziele des Hungermarsches Aidsprävention und Behandlung durch die ausgebildeten "Schwestern unserer lieben Frau von Kwamndolwa", der Förderung der schulischen Ausbildung durch Pater Estermann und das Betreuungsprojekt von Bischof Merkel sind noch bis zum Jahresende Spenden möglich. Konto 178 500 BLZ 674 614 24 bei der Volksbank Franken. fgr.





    © Fränkische Nachrichten – 09.10.2004